Phoebe Bridgers: „Fuck Supreme Court“-Chorus in Glastonbury


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Die Nachricht, dass der Oberste Gerichtshof der Vereinigten Staaten gestern den wegweisenden „Roe vs Wade“-Fall von 1973 aufgehoben hatte, verbreitete sich auch in der Musikszene wie ein Lauffeuer.

Als eine der ersten kritisierte Phoebe Bridgers während ihres Auftritts beim Festival in englischen Glastonbury am gestrigen Freitag (24. Juni) die Entscheidung des höchsten US-Gerichts mit scharfen Worten. „All diese irrelevanten, alte Motherfucker, die uns vorschreiben wollen, was wir mit unseren Körpern machen dürfen“, sagte Bridgers sichtlich angefasst in einer Bühnenansage.

„Jetzt mal ehrlich: Es mag mega surreal und lustig klingen. Doch ich habe einen fürchterlichen Tag!“ Bereit zum Dialog mit den Fans fragte sie: „Sind einige Amerikaner unter uns? Dann haut es einfach raus: ‚Fuck The Supreme Court!?“

Worauf die Meute vor ihrer Bühne einen „Fuck the Supreme Court“-Chant schmetterte, der wiederum von der 27-Jährigen aus Los Angeles noch einmal verschärft wurde: „Fuck that suck. Fuck Amerika. Fuck You!“ Es folgte der Anwurf gegen die „alte Motherfucker“.

Bereits am Tag zuvor hatte Bridgers in einem langen Interview-Story mit dem „Guardian“ angekündigt eine Initiative zu forcieren, in der US-Künstlerinnen ihre eigenen persönlichen Erfahrungen mit Abtreibungen zu teilen. Sie selbst legte via Twitter nach, dass sie im Oktober 2021 sich zu einer Abtreibung entschlossen hatte. „Ich ging zu „Planned Parenthood“, wo sie mir die Abtreibungspille gaben. Es war einfach. Jeder verdient diese Art von Zugang“, sagte sie „Guardian“-Reporterin Laura Snapes.

Bridgers verlinkte ihren Beitrag zu entsprechenden Charity-Fonds, wo man für die Aktion spenden kann. Ihr Beitrag wurde bislang 50.000 mal re-tweetet. Es gab Medienresonanz vom UK-Boulevardblatt „Daily Mail“ bis hin zum „Guitar Magazine“.

Auch ihre US-Kollegin Billie Eilish nutzte ihren Auftritt auf der „Pyramid Stage“ in Glastonbury zu einer klaren Ansage. Vor ihrem Song „Your Power“ lautete ihre Botschaft ans Festival-Volk: „Heute ist ein schrecklicher Tag für alle Frauen in den USA. Ich sage das mal kurz, weil ich es im Moment nicht ertragen kann, länger darüber nachzudenken. Der Song, der jetzt kommt, ist all dem gewidmet!“

Taylor Swift wiederum warf sich mit einem deutlichen Tweet in die Debatte: „Ich bin absolut entsetzt, dass wir an so einem Punkt angekommen sind. Dass nach so vielen Jahrzehnten, in denen Menschen für die Rechte der Frauen auf ihren eigenen Körper gekämpft haben, uns die heutige Entscheidung diese Rechte genommen hat!“