Queen und Michael Jackson – There must be more than this …eine Enttäuschung!


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Drei Songs nahmen Mercury und Jackson Anfang der 80er auf: „ State Of Shock“, „Victory“ und „There Must Be More To Life Than This“. Eine offizielle Veröffentlichung der Stücke gab es allerdings nie. „State Of Shock“ landete als Duett mit Mick Jagger auf dem Jacksons-Album„ Victory“ und „There Must Be More To Life Than This“ auf dem Soloalbum Mercurys, „Mr. Bad Guy“. Queen-Fans finden Bootlegs der Aufnahmen schon seit Jahren im Netz – und müssen nun erkennen, nachdem „ There Must Be More…“ Premiere auf BBC2 feierte, dass die vermeintliche Originalversion um einiges besser war als das, was Queen nun mit dem Madonna-Produzenten William Orbit herausgeben.

Das dezente, wenn auch kitschige Arrangement aus den 80ern wird nun regelrecht zugekleistert: Brian May stapelt die Gitarren, obwohl das Stück einst hervorragend mit einem Klavier als einzig führendem Instrument funktionierte. Vielleicht hätte May besser das eine oder andere Solo in eine instrumentale Passage eingestreut. Dass er die Zurücknahme und dezenten Einsatz beherrscht, zeigte er u.a. auf „Hot Space“ von 1982.

Auch die häufigen Wechsel und die Harmonien, die Jackson und Mercury im Bootleg präsentierten, sind nicht zu entdecken. Das hier zu hörende Abwechseln erscheint artig – was das Zusammenspiel zweier der großartigsten Stimmen der 1980er marginalisiert. Nun ließe sich sagen, dass unveröffentlichte Nummern zu recht unveröffentlicht seien. Aber „There must be more…“ ist durchaus eine gelungene Ballade, wie auch „Is This The World We Created?“ – also durchaus Albummaterial, was ja bereits die Veröffentlichung auf „Mr. Bad Guy“ bewies.

So ist es eher dem neuen Arrangement zuzuschreiben, dass die Sensation, die ein solches Duett darstellt, ausbleibt. Und der Queen-Fan darf darauf hoffen, dass irgendwann ein Remaster des Originals veröffentlicht wird. Wäre „There Must Be …“ in der Neuversion ein Film, die Bearbeitung erinnere unweigerlich an den Änderungswahn eines George Lucas, der Regisseur, der seinen „Krieg der Sterne“ in nachträglichen Bearbeitungen immer mehr verschandelte.

Auch die weiteren Nummern dürften weder überraschen noch begeistern, wie zum Beispiel die neue Version der von Giorgio Moroder produzierten Mercury-Solonummer „Love Kills“.

So dürfte nur das von May geschriebene „Let Me in Your Heart Again“ aus den „The Works“-Zeiten für Spannung sorgen, welches 1987 von Anita Dobson, der Ehefrau Mays, veröffentlicht wurde.

Immerhin bleibt so die Vermarktung des Backkatalogs weiterhin interessant. Wir wünschen uns auf jeden Fall eine ordentliche B-Side-Compilation. Aber bitte mit dezenter Nachbearbeitung!

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