Radiohead: Reissues von „Kid A“ und „Amnesiac“ scheinen bevorzustehen


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Auf ihren Socials haben Radiohead ein Teaser-Video gestellt, das die Reissues ihrer Zwillingsalben „Kid A“ (2000) und „Amnesiac“ (2001) anzukündigen scheint.

In dem Clip werden beide Alben zusammengefügt – ein Hinweis auf eine neue Doppelveröffentlichung? Beide Alben beschrieben damals den Weg von Radiohead weg vom Rock, hin zu experimentellen, elektronischen Klängen, und gelten als essenzielle Alben.

„Kid A“:

„There are two colours in my head“, singt Yorke in „Everything In Its Right Place“, gejagt von Synthies. Der Titelsong wiederum setzt einer Krautrockmelodie auf Glockenspiel und Vibrafon unverständliches Genuschel entgegen. „The National Anthem“, die „Nationalhymne“, bietet ein Crescendo aus Bläsern, in dem scheinbar chaotisch Millionen Liter Luft durch Trompete, Saxofon und Posaune gepustet werden. Erst nach diesen drei Songs, nach 15 Minuten, wird einem bewusst, dass bis dahin keine einzige Gitarre zu hören war. Und das nach „OK Computer“! Seit „Kid A“, das es in den USA auf die Eins schaffte, gelten Radiohead als „intelligenteste Stadionband“.

„Amnesiac“:

Erschien sechs Monate nach „Kid A“, entsprang denselben Sessions – und scheint doch aus einer anderen Ära zu stammen. 9/11 verschob die Wahrnehmung, kappte Verbindungen zwischen den Zwillingsalben. Während „Kid A“ das Ich in der technisierten Welt beschrieb, bleibt das nicht gelungenere, aber mutigere „Amnesiac“, das sich wie eine Singles-Sammlung experimenteller B-Seiten anhört, mit den Terroranschlägen verbunden. Jeder, der dabei war, erinnert sich an das Berliner Regenkonzert vom 11. September 2001, an die Ungewissheit, ob bald die Welt brennen würde. „You And Whose Army? “ ging gegen Bush und Blair, „Dollars And Cents“ skizziert den vom Streit um Öl getriebenen Präventionskrieg. Die verzerrte Gitarre in „Hunting Bears“ war geradezu unerträglich hypnotisch. „Pyramid Song“ etablierte Yorke als sich windenden Klavierspieler, seine überzeugendste Bühnendarstellung.