Rage Against The Machine in England zur Weihnachtszeit auf Platz 1


von

Rage Against The Machine mögen offiziell zwar immer noch auf Eis liegen, dennoch haben sie in der vergangenen Woche Musikgeschichte geschrieben: Nachdem eine Facebook-Kampagne aufgerufen hatte „Killing In The Name“ herunterzuladen, um via Downloadverkäufe den „X Factor“-Gewinner Joe McElderly von der historisch wichtigen Weihnachts-Spitzenposition fernzuhalten, konnten RATM nun an diesem Wochenende den Sieg für sich deklamieren. Das Duell hatte in der letzten Woche die Popwelt in England und der Welt auf Trab gehalten, weil die Organisatoren und natürlich Rage Against The Machine die Aktion als Kampf gegen den Formatpop der Talentshow „X Factor“ inszeniert hatten. Higlights dieses Medienhypes war dabei sicher, der wegen übermäßigen Fluchens abgebrochene Radioauftritt von RATM bei der BBC und die Titelstory des NME über „X Factor“-Vorzeige-Juror Simon Cowell – die trug den schönen Namen: „The Grinch speaks“.

Seit diesem Wochenende ist es nun offiziell: „Killing In The Name“ ist auf Platz 1 zur Weihnachtszeit. Jon Morter, der mit der Kampagne „Rage Against The X Factor“ das Ganze losgetreten hatte, konnte es nicht glauben: „Fuck me, it’s crazy, I can’t believe it.“ So seine erste Reaktion. Sein Fazit: „Diese Aktion zeigt auch: Wer Social Networking auf richtigem Wege nutzt, kann alles schaffen.“ Die Kampagne von Morter wurde später von RATM und von Prominenten wie Paul McCartney unterstützt. Sogar Simon Cowell hatte Morter vergangene Woche angerufen, um ihm persönlich Glück zu wünschen.

Vielleicht liegt es an diesem Telefonat, dass Morter auch noch einmal klarstellte: „Ziel der Aktion war es nicht, ‚X Factor‘ zu dissen. Fans dieser Sendung mögen Musik genauso wie wir – ich habe nichts gegen sie. Wir waren es nur satt, dass sie es immer auf die Weihnachts-Nr. 1 schaffen. Wir wollten sie zurück haben.“

Rage Against The Machine sehen das freilich ein wenig anders. Zwar gratulierten sie McElderry, der mit einer Miley Cyrus-Coverversion angetreten war, aber sie sahen ihren Sieg als „Sieg gegen das sterile Popmusikmonopol“ der Sendung. „Wir haben gezeigt, das man nicht das Recht auf eine Weihnachts-Nr. 1 hat, nur weil Simon Cowell das sagt – vor allem, wenn man mit einem schlechten Cover antritt.“ Außerdem ließen RATM verlauten, dass rund 65.000 Pfund aus den Downloadverkäufen der Obdachlosen-Hilfsorganisation Shelter zukommen wird. Was RATM-Fans am meisten freuen dürfte: „Wir werden im nächsten Jahr in England ein Umsonst-Konzert spielen, um mit unseren UK-Fans zu feiern.“