Aldous Harding Party


4AD/Beggars


von

Party? Der Titel ihres zweiten Albums, so Aldous Harding, sei nicht ironisch gemeint. Doch obwohl man den Begriff großzügiger definiert, als es die Eventgesellschaft gemeinhin tut, scheinen die Uhren da drüben auf der anderen Seite, in Lyttleton, immer noch einen ganzen Tick anders zu gehen, auch wenn die neuseeländische Chanteuse in Bristol mit John Parrish (PJ Harvey etc.) aufgenommen hat. Ob der die Idee zu diesem kurzen, genialen Schrei-Einwurf im Refrain von „Imagining My Man“ hatte, der einen erst mal ziemlich aufschreckt?

Sonst muss der Produzent hier ja nicht viel machen, außer Harding, zu einfacher Klavier-und-Akustik-gitarren-Begleitung, einfach singen zu lassen, wie im Slow Folk von „Living The Classics“, „I’m So Sorry“ und „The World Is Looking For You“. Dazu auch mal eine zweite Stimme organisieren, die meist ­ihre eigene ist, gedoppelt. Und gelegentlich eine kleine Rhythmusbeilage oder traurige Bläser.

Zum Schreien (gut)

Oft changiert Aldous (eigentlich Hannah) Harding sekunden­bruchteilig zwischen kühler (Selbst-)Beobachterin und ­aufgewühlter Dramaqueen. Wenn sie sich nicht ihren Mann vorstellt, schreibt sie etwa einen Song über den Vorsatz, nie wieder Gras zu rauchen, der dann „What If Birds Aren’t Singing They’re Screaming“ heißt. Zum Schreien (gut). Harding schürt die Illusion, sich komplett bloßzulegen – scheint aber noch ein letztes Geheimnis in der Hinterhand zu haben.

Sehr verloren wirkt sie in ihren Songs, und dabei enervierend präsent. Die Intensität gemahnt an Kristin Hersh, falls sich noch jemand an die Throwing Muses erinnert. Gern arbeitet Harding mit einer Auf-/Erlösung, die dann doch nicht kommt, wie in „Horizon“ als liebeskranke Prinzessin kurz vorm Absturz, auch mit erotischem Unter­ton. „My mouth is wet, don’t you forget …“

Und die Party? „I was as happy as I’ll ever be“, versichert Harding im Titelsong, während ein Besen den Zeitlupenbeat hintupft. „If there’s a party, will you wait for me?“ Natürlich


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