alt-J „The Dream“


Infectious/BMG (VÖ: 11.2.)


von

Dort, wo Psychedelic Folk auf Synthiepop und Bluesriffs auf R&B-Beats treffen, wo sich Arcade Fire und Lana Del Rey gute Nacht sagen, um in seltsam- schönen Traumwelten zu versinken, dort machen es sich alt‑J mit ihrem vierten Album gemütlich. Die Songs des Trios aus Leeds gleichen wieder kurios-vielschichtigen Popcollagen, auch wenn sich die Band diesmal mehr am Blues als am HipHop abarbeitet und auch mal Americana neu interpretiert („Powders“).

Wo sich Arcade Fire und Lana Del Rey gute Nacht sagen

„U&ME“ ist halb Lovestory, halb Drogentrip, bei dem sich Joe Newman zu einem hypnotischen Groove wünscht, so lässig wie Stellan Skarsgård zu sein. „Happier When You’re Gone“ betört mit einem Vokalstakkato-Loop, dezenter Opulenz und hymnischer Harmonik. Und während durch das mit Cembalo, Kontrabass und Streichern verzierte „Philadelphia“ und die mit Synthiepop eingefärbten Kokainfantasien in „The Actor“ verschwommen Impressionen vom alten Hollywood schimmern, verwandelt sich „The Dream“ nach und nach in eine grandiose Sammlung kunstfertig inszenierter amerikanischer Träumereien.


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