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Angel Olsen My Woman


Jagjagwar/Cargo

Live wurde man oft Zeuge, wie Angel Olsen über den Köpfen des Pu­blikums einen Punkt im Nirgendwo fixierte und während des Auftritts nicht mehr aus den Augen ließ. Auf ihrem vierten Album zeigt sich die ehemalige Backgroundsängerin von Bonnie „Prince“ Billy dagegen zugänglich wie nie.

Ihr introvertierter Folk war schon auf „Burn Your ­Fire For No Witness“ durch scharrende E‑Gitarren aufgewirbelt worden, jetzt explodieren Stücke wie „Shut Up Kiss Me“ plötzlich im Stil von PJ Harvey. Auch Synthesizer spielen erstmals eine tragende Rolle – Justin Raisen (Charli XCX, Santigold) hat produziert. In der zweiten Hälfte zieht sich Olsen wieder etwas in die gewohnte Stille zurück, die Melodien bleiben dennoch hymnisch – und vor allem hängen.

„My Woman“ handele vom „komplizierten Schlamassel, eine Frau zu sein“, sagt die 29-Jährige, in „Intern“ vergleicht sie eine Beziehung mit einem weiteren Praktikum, das im Lebenslauf zu nichts führt. Dieses popaffine Album dürfte zumindest ihrer Musikerkarriere den entscheidenden Schwung geben


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Intensive Ambitionen und überwältigende Hymnen


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