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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Beatsteaks Yours


In den 50er-Jahren hätten die Beatsteaks wahrscheinlich eine erstklassige Doo-Wop-Kapelle abgegeben. Die Clovers, Chords, Del-Vikings oder Penguins wussten damals zwar noch nicht, wie Punkrock geht, und waren besser angezogen, doch sie füllten schon wie die Beatsteaks die Lücken in ihren Liedern und die Leerstellen in ihren Texten am liebsten mit Yeah-yeah-yeahs, Sha-la-las und Woah-ohos und hatten für jede Saison den passenden Feelgood-Soundtrack parat. Und eigentlich hätte die erste Single vom achten Beatsteaks-Album mit ihrer altmodischen Botschaft auch ganz gut zwischen Nierentisch und Tütenlampen gepasst: „Just let me be your man!“, fleht Arnim Teutoburg-Weiß im Hochzeitslied „I Do“, das etwas schwerfällig zu einem Dance­groove zum Altar stapft.

Als Rock verkleideter Pop

„Yours“ ist ein Album voller Kraftpakete und Stimmungshits, die live ganz sicher besser funktionieren als auf Platte, ein Mixtape, das nichts für Stubenhocker ist, sondern raus auf die großen Festivalbühnen drängt. Da wird die Punkrock­tradition in allen Variationen durchgespielt, vom Protopunk („Sucker Punch“) bis zum Hardcore („Gap“), vom Powerpop („Mrs. Right“, „The Job“) bis zum Beatsteaks-typischen Adrenalin-Testosteron-Rock’n’Roll-Proteinshake („Break Down“). Es gibt als Rocker verkleidete Popsongs („40 Degrees“, „Fever“) und gleich mehrere Kandidaten für den nächsten fluffigen Sommerhit: die sonnig groovende Großstadt­hymne „Filthy Crime“, den R&B-Flirt „Come On And Get Some“ oder das melancholisch den blauen Himmel studierende „Summertime“.

Und damit diese Punkrock-Strandparty auch wirklich zügig in Schwung kommt, haben die Beatsteaks ein paar Stargäste eingeladen: Chad Price von All, Jamie T, Françoise Cactus. Farin Urlaub ist in „Abbadu“ für NDW-Nonsens zuständig, und Deichkind machen in „L auf der Stirn“ das, was sie immer machen, und einmal mehr deutlich, dass es auf „Yours“ letztlich um gar nichts geht – außer eben um den Feelgood-Soundtrack für die nächste Saison. (Warner)

Kooperation


1969: Led Zeppelin veröffentlichen ihr Debüt – und ROLLING STONE verreißt es

"Sie legen es darauf an, ihr beachtliches Talent für unwürdiges Material zu verschwenden". An "Led Zeppelin I", dem Debüt vom Led Zeppelin, ließ unser Kollege vom US-ROLLING-STONE, John Mendelsohn, kein gutes Haar. Mendelsohn rezensierte die Platte im März 1969, zwei Monate nach dessen Erscheinen. Hier „Led Zeppelin I“ bestellen[/amazon02 Limitiert, schwache Songs "Formelhaft" sei allein schon die Zusammensetzung der Band: ein exzellenter, aber unterverkaufter Gitarrist treffe auf einen "hübschen" Sänger mit "Soul-Röhre", leidlich kompetent sei die Rhythmus-Sektion; Schlagzeuger John Bonham dresche schließlich "bei jedem Beat" aufs Becken ein. Musikkritiker Mendelsohn drischt aber vor allem auf Gitarrist Jimmy Page ein: "Leider…
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