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Beatsteaks Yours



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In den 50er-Jahren hätten die Beatsteaks wahrscheinlich eine erstklassige Doo-Wop-Kapelle abgegeben. Die Clovers, Chords, Del-Vikings oder Penguins wussten damals zwar noch nicht, wie Punkrock geht, und waren besser angezogen, doch sie füllten schon wie die Beatsteaks die Lücken in ihren Liedern und die Leerstellen in ihren Texten am liebsten mit Yeah-yeah-yeahs, Sha-la-las und Woah-ohos und hatten für jede Saison den passenden Feelgood-Soundtrack parat. Und eigentlich hätte die erste Single vom achten Beatsteaks-Album mit ihrer altmodischen Botschaft auch ganz gut zwischen Nierentisch und Tütenlampen gepasst: „Just let me be your man!“, fleht Arnim Teutoburg-Weiß im Hochzeitslied „I Do“, das etwas schwerfällig zu einem Dance­groove zum Altar stapft.

Als Rock verkleideter Pop

„Yours“ ist ein Album voller Kraftpakete und Stimmungshits, die live ganz sicher besser funktionieren als auf Platte, ein Mixtape, das nichts für Stubenhocker ist, sondern raus auf die großen Festivalbühnen drängt. Da wird die Punkrock­tradition in allen Variationen durchgespielt, vom Protopunk („Sucker Punch“) bis zum Hardcore („Gap“), vom Powerpop („Mrs. Right“, „The Job“) bis zum Beatsteaks-typischen Adrenalin-Testosteron-Rock’n’Roll-Proteinshake („Break Down“). Es gibt als Rocker verkleidete Popsongs („40 Degrees“, „Fever“) und gleich mehrere Kandidaten für den nächsten fluffigen Sommerhit: die sonnig groovende Großstadt­hymne „Filthy Crime“, den R&B-Flirt „Come On And Get Some“ oder das melancholisch den blauen Himmel studierende „Summertime“.

Und damit diese Punkrock-Strandparty auch wirklich zügig in Schwung kommt, haben die Beatsteaks ein paar Stargäste eingeladen: Chad Price von All, Jamie T, Françoise Cactus. Farin Urlaub ist in „Abbadu“ für NDW-Nonsens zuständig, und Deichkind machen in „L auf der Stirn“ das, was sie immer machen, und einmal mehr deutlich, dass es auf „Yours“ letztlich um gar nichts geht – außer eben um den Feelgood-Soundtrack für die nächste Saison. (Warner)


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