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Bruce Springsteen Western Stars


Columbia / Sony

Bruce Springsteen ist in ein Landschaftsgemälde eingetreten. Zwischen den Bergen des Monument Valley, Kaktusbäumen, krängenden wilden Pferden und Baststühlen vor Hütten mit schütte­rem Putz fährt ein Mann mit schweren Stiefeln und einer verzierten Gitarre in seinem Pick-up der Sonne im Westen entgegen. Streicher, Bläser, das Piano und die Pedal-Steel-Gitarre weisen ihm den Weg zu dem Amerika, das man aus dem Kino kennt: Den Epen von John Ford, den Western und Roadmovies und Grenzdramen.

Ein paar alte Bekannte stehen am Straßenrand: ­David Sancious, einst Pianist bei der E Street Band. Lenny Castro, seit 50 Jahren der Congaspieler, dem die Meister vertrauen. Greg Leisz, der Pedal-Steel-Gitarrist. Patti Scialfa und Soozie Tyrell singen ein bisschen. Aber die allermeisten Instrumente spielen Springsteen und sein Wegbegleiter Ron Aniello, der „Western Stars“ auch produziert hat: Piano, Celesta, Glockenspiel, Synth-Strings, Percussion, Vibrafon, Orgel.

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Und echte Bläser und Streicher gibt es auch. Es ist die Sorte von Songs, die man hilflos „cineastisch“ nennt, Beschwörungen der Sehnsucht, der Weite, der Einsamkeit. Manchmal klingt es so grandios, wie es gedacht ist, bei „The Wayfarer“, „Hello Sunshine“ und „Drive Fast (The Stuntman)“ und „Sundown“, bei dem jene Leichtigkeit und Grandezza tönen, die Jimmy Webbs Lieder haben. Aber manchmal hört man bloß, wie Spring­steen sich diese Americana wohl gedacht hat, und man hört den Nachhall von Songs, die er schon geschrieben hat: „Tougher Than The Rest“, „All That Heaven Will Allow“, „Waitin’ On A Sunny Day“, „Empty Sky“, die Stücke von „Devils & Dust“ und „The Ghost Of Tom Joad“, süffiger arrangiert.

Die amerikanische Suche nach der neuen Grenze, dem Erschließen unbekann­ten Territoriums ist diese Platte nicht. Nur der heitere Cajun-Aufgalopp „Sleepy Joe’s Café“ mit Charlie Giordanos Akkordeon ist gelinde außerhalb von Springsteens Terrain. Seine bukolischen Balladen ­träumen vom Amerika der Seele, von Meer zu schimmerndem Meer – es ist eine schwelgerisch-elegische, auch ein wenig kitschige Überlandfahrt. Springsteen sucht, was er immer sucht: Die Erlösung jenseits des Horizonts. Die weihnachtlichen westlichen Sterne.

(Columbia / Sony)


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