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Cannonball Adderley „Somethin‘ Else“


Julian „Cannonball“ Adderleys einzige LP für Blue Note gehört zu den Juwelen des an Schmuckstücken nicht eben armen Labels. Miles Davis, in dessen legendärem Quintett Cannonball die Alto-Akzente zu Tranes Tenor gesetzt hatte, gab sich die Ehre, Hank Jones spielte Piano, und die Rhythm Section aus Sam Jones und Art Blakey sorgte für gehörig Spannung und Swing. Fünf Tunes, darunter „Autumn Leaves“ und „One For Daddy-O“, werden letztgültig gebannt, das ganze Album atmet schiere Perfektion.

Um dieser musikalischen Spitzenleistung eine kongeniale klangliche Dimension zu verleihen, wurden im Laufe der Jahre etliche Anstrengungen unternommen, die nun in zwei unterschiedlichen Editionen gipfeln, die beide mit dem Anspruch ultimativer Audiophilie auftreten, beide natürlich basierend auf den Analog-Masters der ersten Generation und beide mit 45rpm abzuspielen. Letzteres wird allmählich Standard im obersten HiFi-Segment, weil die schnellere Abspielgeschwindigkeit ein Mehr an Dynamik und eine nuanciertere Wiedergabe ermöglicht.

Kevin Gray und Steve Hoffman besorgten das Stereo-Mastering für Analogue Productions, die fünf Tracks auf die vier Seiten einer Doppel-LP verteilend, von RTI auf 180g-Virgin-Vinyl gepresst. Classic Records bringt für seine Mono-Ausgabe gleich vier einseitig abspielbare 200g-LPs an den Start, gepresst auf ihrem „newest high end audio formula“ namens „Clarity SV-PII“.

Klares, beinahe durchsichtiges, also ungefärbtes Vinyl, das einen demagnetisierenden Effekt hat, so der Entwickler Michael Fremer, was entscheidend zu einer Verbesserung der Klangtextur beitrage. Wohl dem, dessen Anlage solcherlei diffizile Differenzen darzustellen imstande ist. Nein: wehe dem! Ein Hochgenuss in jedem Fall, für je rund 50 Euro nicht unerschwinglich. (Blue Note/AP/Classic)

Wolfgang Doebeling


Mr. E's Beautiful Blues: Alle Alben der Eels im Ranking und bewertet

12. Tomorrow Morning (2010) ★★★ Endlich erfasst ihn, den Trauerkloß, den an den eigenen Gefühlen verzweifelnden Waldschrat, doch noch etwas Glück. „Tomorrow Morning“ ist die kolibrileichte Platte, von der niemand angenommen hätte, dass sie jemals von den Eels kommen würde. Der Abschluss einer Trilogie über Himmel und Hölle der Liebe (mit den Vorgängern „Hombre Lobo“, 2009, „End Times“, 2010) schwebt mit „Spectacular Girl“ über den Wolken, labt sich an grausam redundanten Computersound-Experimenten („Baby Loves Me“) und überrascht mit sorgsam kompilierten Synthie-Beats, die an den Electro-Folk von Beck erinnern. Everett vielleicht sogar entspannt: „I Like The Way This Is Going“. Jetzt…
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