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Carl Barât And The Jackals Let It Reign

Cooking Vinyl/Indigo

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Foto: Cooking Vinyl/Indigo

Natürlich ist es ungerecht, dass ihm dieser stets absturzgefährdete Wirrkopf namens Pete Doherty ständig die Show stiehlt. Nicht nur bei der Libertines-Wiedervereinigung: Denn nur weil Carl Barât jetzt in „Glory Days“ von einem erzählt, der die Ausschweifungen früherer Tage bereut („Glory days, glory days/ You threw it all away/ You should have known better“), glauben alle gleich, es drehe sich mal wieder nur um Mr. Doherty.

Tut es nicht. Schade eigentlich. Sosehr Doherty Barât als Korrektiv braucht, sosehr braucht Barât Dohertys chaotische Genialität, um nicht nur gute, sondern sehr gute Songs zu schreiben. „Glory Days“, eine Art Punk-Reggae, bei dem sich Barât mehr noch als bei den Libertines an The Clash ranschmeißt, bleibt jedenfalls der beste Song des Albums „Let It Reign“, das sich trotzig, rotzig, fast altmodisch punkig und ein wenig wehmütig gibt.

Schon bei den Dirty Pretty Things fühlten sich Barâts Songs ein bisschen weniger empfindlich an als seine Libertines-Lieder. Nun spielt er mit der gecasteten Band, die er The Jackals nennt, gern den aufmüpfigen Punk. „We are not afraid of anyone/ I defy anyone to tell me I am wrong“, schreit er in „Victory Gin“ und ruft zur Revolution auf. Im aufgeregt lärmenden „The Gears“ zieht er wie so oft auf dieser Platte in den Krieg, erzählt von der verschwendeten Jugend.

Diese Punkrock-Verve vermischt die Platte mit Pop. Zwar hat „March Of The Idle“ einen herrlich stur skandierten Refrain, „We Want More“ den rumpelnden Bass, „A Storm Is Coming“ die scheppernden Gitarren – trotzdem bleibt Barât in solchen Nummern unter seinen Möglichkeiten. Und obwohl er in „Beginning To See“ den Zyniker spielt („I don’t believe in people walking on water/I don’t believe in Heaven/ I don’t agree with Hell“), glaubt man bei den Kooks gelandet zu sein, bei „War Of The Roses“ und bei Oasis. Und wo das schrullig-hymnische Sing-along „Let It Rain“ hinführt, will man lieber gar nicht wissen.

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