Chuck E. Weiss – Extremely Cool :: Rycodisc/RTD

Sein Handwerk hat er an der Seite von Tom Waits, Willie Dixon und Lightnin‘ Hopkins erlernt, auch indem er „das Leben lebte“, wie die Plattenfirma lapidar vermerkt Das glaubt man gern, richtet sich der Blick auf den Mann mit der Gnubbelnase: Verwirkt, verwittert, Kette über offenem Brusthaar, der Pony zu lang. Straßenköter-R&B aus den bockstreets von LA. kredenzt Weiss auf seinem ersten Solo-Album nach 18 Jahren Handlanger-Dasein in allen gängigen Variationen, von walking bass-jazz („Sunny Could Lick All Them Cats“) bis zu simplem Rock’n’Roll (Jimmy Would“). Auch ein Abstecher nach New Orleans („Oh Marcy“) ist zwischendurch mal drin.

Die O Songs tragen so vorhersehbare Titel wie etwa „Devil With Blue Suede Shoes“ und „Rocking In The Kibbitz Room“, Weiss hat sie selbst zumindest mitgeschrieben. Doch hätte es kaum alberner Kunstgriffe bedurft (wie der ach so „authentische“ Kofferradio-Sound der Swing-Referenz „Roll On Jordan“), um darauf zu verweisen, daß fast alles nur Versatzstücke eines bestens eingeführten Junkyard-Kanons sind.

Den hat nicht zuletzt Waits selbst mitbegründet – auch unfreiwillig, gerieten doch seine Qualitäten als Songwriter darüber zuweilen arg unter die Räder. Waits hat co-produziert, singt auch mal (und nicht nur Background) – für ihn vermutlich eine willkommene Gelegenheit, nach seinemAbgang bei Island zwischendurch ein bißchen kreativen Dampf abzulassen. Und er hat auch zwei Songs mit Weiss geschrieben, wovon „Do You Know What I Idi Amin“ zwar einerseits über die Maßen spekulativ betitelt ist, andererseits als rumpelndes Talking-Blues-Duett unvermutet Farbe in ein Album bringt, das die Wartezeit auf Waits nichtverkürzt.

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