Curtis Mayfield Keep On Keeping On: Studio Albums 1970–1974


Das wichtigste Falsett des Soul. ­Curtis Mayfield hatte nicht nur ­eine tränentreibend schöne Stimme, er popularisierte auch das, was man gemeinhin Marvin Gaye zuschreibt: den Autoren-­Soul. Sein erstes Soloalbum, „Curtis“, erschien ein Jahr vor „What’s Going On“ und ist ein geschlossenes Werk, das sich mit dem schwarzen Amerika befasst. Schon mit den Impres­sions war Mayfield neue Wege gegangen: eigene Songs, ein eigenes Label, ein durch die Bürgerrechts­bewegung geprägtes Selbstbewusstsein.

Mayfields 1970 veröffentlichtes Solo­debüt adressiert gleich zu Beginn „niggers“ wie „whiteys“, denn es gibt nur eine Hölle für alle. Der dem psychedelischen Zeitgeist entsprungene Funk, eigentümlich sperrig zunächst, entfaltet sich in dem fast acht Minuten langen Opener, setzt den Ton, der in den knapp neun Minuten von „­Move On Up“ zu unerreichten Höhen geführt wird. Man spürt noch heute das Kondenswasser, das von den Decken der Clubs auf die Köpfe der Tänzer tropfte. Besser geht es kaum. Doch es sind die Balladen, die am nachhaltigsten wirken: Die politische Poesie von „The Other Side Of Town“ und „We The People Who Are Darker Than Blue“ berührt auch 48 Jahre später.

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Mayfield hatte eine Formel gefunden, die dann seine folgenden Alben (und Generationen von Künstlern) prägte. „Roots“ beginnt mit dem sanft treibenden „Get Down“, seinem bewährten Percussions-Bläser-Wah-Wah-­Muster und gönnt sich sogar ­eine Abschweifung zum Blues. „Back To The World“ und „Sweet ­Exorcist“ fehlt dann etwas die Dringlichkeit – ­Nörgeln auf hohem Niveau, denn die Alben zählen zur Essenz des Siebziger-­Soul.
Die Box schummelt übrigens, es fehlt das Ende 1974 veröffentliche „Got To Find A Way“. So bleiben die ersten vier remasterten Studioalben auf CD oder 180g-Vinyl in Gatefold-Covern – bei „Roots“ wurde sogar an die perforierte Lasche gedacht, mit der man den ausklappbaren Curtis-Mayfield­Sternzeichenkalender abtrennen kann. Macht sich gut im ­Büro. (Rhino/Warner)

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