Die besten Alben aller Zeiten: „Curtis“ von Curtis Mayfield

Als der Vorsänger der Bürgerrechtsbewegung einmal auf seine Verdienste zurückblickte, rührte ihn „der Gedanke an die Sechziger fast zu Tränen. Weil wir Soulmusiker die Welt veränderten und Grenzen überwanden. Dabei gewesen zu sein ist mehr, als man verlangen kann.“ Erfahrungen und Bewußtsein der Unterpriviligierten bündelte sein Solodebüt „Curtis“.

Nie groovte Systemkritik sinnlicher und stolzer. Damit bezauberte er auch Radikale wie den Agit-Rapper Chuck D von Public Enemy: „Er war eine Stimme der Vernunft und des Protestes.“

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Mayfield, der seine Stimme selbst als „klein und leise“ beschrieb, brachte eine neue Qualität von Intimität und Intensität in den Soul, die von inniger Zartheit („I’m So Proud“) bis rechtschaffener Empörung („(Don’t Worry) If There’s A Hell Below We’re All Going to Go“) reichte.

Sanfte und doch kraftvolle Stimme

Die Spiritualität der Northern Jubilee Gospel Singers, bei denen er als Teenager in Chicago sang, ging ihm nie verloren und zeigte sich in Songs wie dem hymnischen „Keep On Pushing“.

„Seine Stimme war sanft und federleicht, aber doch kraftvoll“, meint Mavis Staples. „Bei seinen Liebesliedern verliebte man sich, und wenn er eine Botschaft verkündete, wollte man sofort losziehen und die Welt retten.“

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