Dame, König, As, Spion Regie: Tomas Alfredson


StudioCanal Deutschland Kinostart: 02. Februar 2012


von

Der britische TV-Mehrteiler mit Alec Guinnes ist so fulminant, dass sich deshalb wohl keiner traute, den Bestseller von John le Carré fürs Kino zu adaptieren. Dem Schweden Alfredson ist dies nun geglückt – mit einem bedächtig erzählten, von bleierner Tris­tesse durchzogenen Spionagefilm der alten Schule. Geheimdienst-Chef Control (John Hurt) tritt 1973 nach einer missratenen Aktion in Budapest zurück. Mit ihm geht sein Vertrauter George Smiley (Gary Oldman). Der wird nach dem Selbstmord von Control jedoch aus dem Ruhestand geholt.

Im Circus, wie die Zentrale des MI6 intern heißt, soll es einen Doppel­agenten geben. Vier Leute kommen in Frage, darunter der Frauenheld Bill Haydon (Colin Firth). Alfredson hat Smileys Suche nach dem Maulwurf wie ein Schachspiel inszeniert, das sich ebenso bedrückend wie packend als Tragödie entpuppt. Mit wenig Action und ohne Glamour oder Girls zeigt er in einer paranoiden Atmosphäre die Spione als verkrachte Existenzen, graue Schreibtischtäter und einsame Schatten. Vor allem Oldman brilliert emotionslos als verlassener Ehemann und loyaler, aber desillusionierter Soldat des Kalten Krieges, dem selbst bei seinem letzten Triumph nichts bleibt.


ÄHNLICHE KRITIKEN

The King's Speech :: Regie: Tom Hooper


ÄHNLICHE ARTIKEL

Der Trailer zu David Finchers Netfllix-Film „Mank“ ist da

Sechs Jahre nachdem David Fincher mit „Gone Girl“ die Kinokassen klingeln ließ, kommt nun endlich ein neuer Film (und nicht nur eine Serie) von ihm. Statt auf großer Leinwand werden aber die meisten „Mank“ via Netflix zu sehen bekommen.

David Fincher kündigt „Mank“ mit Gary Oldman an – erster Film seit 5 Jahren

Zusammen mit Gary Oldman erzählt der Regisseur die Geschichte des „Citizen Kane“-Co-Autors Herman Mankiewicz. „Mank“ ist David Finchers erster Film seit „Gone Girl“ von 2014 und wird über Netflix veröffentlicht.

Gary Oldmans Ex-Frau ätzt: Bravo, Academy - gleich zwei mutmaßliche Täter bekommen einen Oscar!

Die diesjährige Oscar-Verleihung standen ganz im Zeichen der #MeToo- und „Time's Up“-Bewegung. Für Donya Fiorentino ist das mit Blick auf die Oscars für ihren Ex-Mann und Kobe Bryant absolute Heuchelei.