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Duran Duran Notorious

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Duran Duran - Notorious (Special Edition)

Am Ende standen zwei ernüchternde Zahlen: Platz 16 im Vereinten Königreich, Platz zwölf in den USA. Kein Hit. „Notorious“, das vierte Studioalbum von Duran Duran, drohte die Band zu erledigen. Ein Jahr zuvor standen die Musiker mit „A View To A Kill“ auf der Eins in Amerika – mit dem ersten Bond-Song auf der Spitzenposition, was niemandem zuvor gelang, McCartney nicht, Shirley Bassey nicht.

Am einfachsten wäre es zu sagen: Der Absturz lag natürlich an der neuen Platte selbst, „Notorious“. Ganz so einfach aber liefen die Dinge nicht. Das Werk erzählt davon, wie Superstars in den 1980er Jahren, orientierungslos geworden, mit der Wahl eines berühmten, aber möglicherweise unpassenden Produzenten ins Schlittern geraten – Nile Rodgers.

https://www.youtube.com/watch?v=HGDmBLAPikU

Drei Jahre lag mit „Seven and the Ragged Tiger“ das letzte Duran-Album zurück. In den Achtzigern eine lange Pause, die man Teenie-Idolen, die älter wurden, nicht gönnen konnte, denn Fans entwuchsen einem zu schnell. Dazu kamen die Probleme innerhalb der Band. Vor den Aufnahmen trennten sich Simon Le Bon, Nick Rhodes und John Taylor von den anderen zwei Taylors (alle drei sind nicht miteinander verwandt). Gitarrist Andy Taylor ging, dazu Drummer Roger Taylor.

Arcadia oder Power Station?

Und dann die Nebenprojekte aus dem Vorjahr! Sie wimmelten voller Namen, Namen, Namen: Es gab das Projekt Power Station, mit zwei Taylors, dazu Robert Palmer und Tony Thompson sowie Bernard Edwards von Chic. Und es gab Arcadia – die bestanden aus denjenigen drei “Durannies“, die danach für „Notorious“ ins Studio gehen sollten: Le Bon, Rhodes, John Taylor. Es war einfach von allem zu viel, die Band Duran Duran geriet aus dem Fokus.

Wer erneut mit in die Aufnahmeräume ging, war Nile Rodgers – der Gitarrist von Chic, der quasi das Bindeglied zu den zwei Chic-Musikern von Power Station darstellte. Als David Bowie Rodgers 1983 für „Let’s Dance“ als Produzent engagierte, sagte der schon verblüfft, er könne die Wahl nicht nachvollziehen: Er sei doch out, die Erfolge mit Chic lägen Jahre zurück.

Dann krempelte der damals 31-Jährige das von Bowie als Flamenco angelegten Titelstück um – und schuf einen der kraftvollsten Dancefloor-Songs des Jahrzehnts. Allein schon das Fett-Schlagzeug wurde zu einem Markenzeichen, das Rodgers auch für INXS („Original Sin“, 1984) und Mick Jagger („She’s The Boss“, 1985) über einen Zeitraum von drei Jahren verwertete.

https://www.youtube.com/watch?v=hYRTd3NVshc

Für Duran Duran richtete Rodgers bereits die 1984er-Singles “The Reflex” und “The Wild Boys” ein – wieder bis auf Anschlag hochgedrehte Bass-und -Schlagzeug-Monster. Vom Rodgers-Bombast war nun, zwei Jahre später, nichts hängengeblieben – was jedoch so schlimm nicht war. Mit den so genannten „Borneo Horns“ schleppte der Produzent drei Blasmusiker an, Lenny Pickett, Steve Elson und Stan Harrison, die „Notorious“ per Stakkato eine neue Zackigkeit verliehen, eine Funk- und Soul-Eleganz, auf die schon Grace Jones („Inside Life“) und Bowie für „Tonight“ zurückgriffen.

Das Black-Music-Gewand an sich funktionierte, Duran Duran verabschiedeten sich, längst überfällig, von New Romantic, New Wave und Blitz-Club-Revoluzzertum. Man sprach von James Brown als Vorbild, das Stück “So Misled” bezeichneten sie gar als Hommage an Weather Report.

Nile Rodgers 1985
Nile Rodgers 1985

Im Studio soll es – Duran Duran als auch Nile Rodgers waren verschiedenen Freuden zugetan – kaum eine ruhige Minute gegeben haben. Was man Rodgers vorwerfen kann: Seine mitgebrachten Session-Musiker, die Sängerinnen, das Klangbild als Ganzes, ließen den drei Durannies kaum Platz sich selbst zu verwirklichen. John Taylor, vielleicht der talentierteste Musiker des Trios, gelang auf „Notorious“ nicht eine Bass-Linie, die hängen blieb, sein Instrument ging im Mix auch unter.

https://www.youtube.com/watch?v=oNU61nS0TTY

Wieder war es Rodgers, der auf seiner Gitarre jammte und eine Melodie fand, die  – so funktionierte seine Methode bei Chic, bei Bowies “Let’s Dance” und zuletzt bei “Get Lucky” von Daft Punk – alle anderen im Studio sofort aufhorchen ließ. “Er spielte ein paar Töne, und es war das Riff von ‘Notorious'”, erzählte Nick Rhodes. “Wir hörten es nur ein einziges Mal. Und wussten: Mann, das müssen wir verwenden.”

Teil 2:

Ron Galella, Ltd. WireImage
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