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Joachim Witt Dom


Sony VÖ: 28. September 2012

Man sieht ihn schon am Schwimmbecken von Andrea Kiewel, sonntags um zwölf im ZDF: „Du bist mein Blut / Bist mein Herz / Du schenkst mir Mut …“ Drei Tänzerinnen wedeln mit Tüchern und bewegen die Lippen, ein Knecht knüppelt aufs Schlagzeug, jemand hampelt wie irr am Keyboard. „Die Zeit streut Blumen in unser ka-haltes Herz … Ja, wir baun uns ein Königreich …“

Witt war der „Goldene Reiter“ und der „Herbergsvater“, er schrieb herrlich überkandidelte Songs wie „Kosmetik“ und „Wieder bin ich nicht geflogen“, und sein Album „Märchenblau“ von 1983 ist so gut wie alles von Fehlfarben. Mehrfach beging er kommerziellen Selbstmord: Proto-House mit „Mit Rucksack und Harpune“, verfrühte Nostalgie mit „Moonlight Nights“, Konzeptionswahn mit „König der Träume“. 1998 der Triumph mit „Die Flut“, später „Bayreuth eins“ im Gefolge von Rammstein. Als bei diesem komplett meschuggen Opernprojekt „das kommerzielle Moment dieser Werkreihe in den Hintergrund geriet“, wie der Waschzettel es vornehm formuliert, trat die Plattenfirma in denselben. Witt überraschte 2005 mit „Pop“, doch „die horrenden Werbekosten“ waren nicht „zu deckeln“.

Auch „Dom“ sieht nach hohen Werbekosten aus, Witt ist jetzt bärtig und schaut einen unverwandt an. Er ist Der Graf, er knödelt finster, er salbadert tiefstimmig, die Elektronik wummert und dräut riefenstahlesk, Streicher tosen, alles ist Kathedrale, Kitsch, Blut und Beben, die Elemente toben, ein Schifferklavier seufzt im Orkan. Am Ende gurrt Witt den zarten Schauergesang „Untergehen“, eine Frauenstimme lockt in den Abgrund: „Wir werden untergehen / Um wieder aufzustehen / Die Hoffnung stirbt zuletzt / Halt an der Liebe fest …“ So klingt es doof, aber als Lied lässt es einen wohlig erschauern.

„Dom“ ist Camp, es wird bei Beerdigungen gespielt werden und in Diskotheken. Ist schon ein genialischer Knallkopf, dieser Joachim Witt.


Eine kurze Geschichte der Fender Jaguar: Die E-Gitarre von Kurt Cobain und Carl Wilson

John Frusciante von den Red Hot Chili Peppers, Thurston Moore bei Sonic Youth und Blixa Bargeld bei Nick Cave and the Bad Seeds. Drei Größen der Musikgeschichte, die alle eines gemeinsam haben: Sie spielen eine Fender Jaguar. Was genau es mit dem Erfolg der E-Gitarre aus dem Hause Fender, die in den 60er-Jahren eingeführt wurde, auf sich hat, erfahren Sie hier. Vom Surfbrett gerissen Geburtsstunde der Fender Jaguar war 1962. Als großer Hoffnungsträger des Musikinstrumente-Konzerns kam die kurzhalsige E-Gitarre an der amerikanischen Westküste zur Welt, inmitten einer surfbegeisterten Kultur. Viele Bands fanden Gefallen an der Solid-Body-Gitarre aus Erlen- und Eschenholz…
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