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Jon Hassell Vernal Equinox


Erst mit 40 Jahren veröffentlichte Jon Hassell sein Solodebüt, umso ambitionierter war sein Anliegen: Er wollte die „Fourth World“ erfinden, ein Genre, das die Musik Asiens, Lateinamerikas und Afrikas mit westlicher vereint, vor allem Jazz plus Ambient, dazu Naturaufnahmen – diese Kultur-Melange dann einmal durchs Mischpult gejagt und elektronisch verfremdet. Hassell spielte dazu seine Trompete, die selten nach Trompete klang. Keine fünf Sekunden vergingen, bis Brian „Brain“ Eno hellhörig wurde und ihn 1980 für sein „Fourth World“-Album einspannte.

Schon vorher, 1977, war man vom anklagenden, in der Regel unfairen Einwand der „Cultural Appropriation“ auch deshalb noch weit entfernt, weil die Töne Indiens oder Malaysias bis dahin seltener herübergeholt worden waren. Man freute sich nun einfach über Austausch. Hassell stammte aus Memphis, aber er wünschte sich, dass sein Instrument fernöstlich-religiös schallt, wie der Gesang der indischen Interpreten der Kirana-Gharana-Schule klingt.

Das galt auch für seine Annäherung an Venezuela: „Caracas Night September 11, 1975“ offenbart den Respekt Hassells vor fremder Kultur schon im rein deskriptiven Titel, ausgesucht nicht nach exotischer Lautmalerei, sondern lediglich nach Ort und Datum. Aufnahmegerät an: Das Zirpen der Grillen in der Nacht, Straßengeräusche, Hassell bläst seine Miniaturen, die wie Mücken surren. Den Synthesizer spielte David Rosenboom, Pionier des Elektroenzephalofons, das mittels Gehirnwellen Töne erzeugt. Puh.

Die Pointe besteht darin, dass Jon Hassell ab den 80er-Jahren für Popkünstler so etwas wie der Go-to-Guy für deren Vorstellung von Weltmusik wurde. Peter Gabriel, Tears For Fears, David Sylvian und Wim Wenders – alle ließen ihre Lieder und Bilder von diesem Trompeter illustrieren, dessen spröde-verträumte Tonschlieren längst zu einer unnachahmlichen Signatur geworden waren. „Vernal Equinox“ markierte den aufregenden Anfang. ( Ndeya/Rough Trade)


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