José González
„Against The Dying Of The Light“
City Slang (VÖ: 27.3.)
Berückende Lieder gegen soziale Kälte und KI.
Schon mit Junip hat José González seine eigene Formensprache entwickelt. Aber erst auf seinen Soloplatten konzentriert er alles aufs Wesentliche, also auf akustische Gitarren und seinen (manchmal zu Chören aufgeschichteten) Gesang. Der Titel seines neuen Werks wirkt zunächst irritierend, weil González’ zärtlich geklampfte Folk-Lieder meist die Nacht umarmen, durch friedliche Abende schlendern oder in der Morgendämmerung summen, aber ganz sicher bei Sonnenaufgang verklungen sind.
Doch dem schwedischen Songschreiber geht es hier um das Licht der Menschlichkeit, das er in unseren von Algorithmen dirigierten Zeiten bedroht sieht. González setzt in wunderschönen Wald-und-Wiesen-Balladen („For Every Dusk“) und unheilvoll treibenden Meisterstücken („Losing Game“) dem libertären Fortschrittsgeist seinen stillen Protest entgegen, feiert die Anmut der Natur und die Geborgenheit in der Gemeinschaft.