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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Judith Holofernes Du bellst vor dem falschen Baum


Tiere und Musiker: Das gehört nicht erst seit Dominik Eulbergs fantastischen Alben, wie „Flora & Fauna“ und „Heimische Gefilde“, zusammen. Und Wir sind Helden haben bereits 2004 in „Rüssel an Schwanz“ gesungen: „In unserem Wimpernkranz bekriegen sich die Fliegen/ wen stören die Käfer/ die uns in den Ohren liegen?“ Daher verwundert nicht, dass Bandleaderin Judith Holofernes nun einen Band mit Tiergedichten veröffentlicht. „Du bellst vor dem falschen Baum“ heißt der, und er kommt mit grandiosen Collagen der Berlinerin Vanessa Karré.

Man mag es kaum glauben, aber die Gedichte sind auf ihre naiv-kindliche Art überraschend hübsch. Sie stehen irgendwo zwischen Robert Gernhardt („Kröten sitzen gern vor Mauern/ wo sie auf die Falter lauern./ Falter sitzen gern an Wänden/ wo sie dann in Kröten enden.“) und Christian Morgenstern („Ein Vierviertelschwein und eine Auftakteule/ trafen sich im Schatten einer Säule“) und erzählen von Lemuren, Marabus und Wespen. Wäre dieses Buch ein Gesellschaftsspiel, stünde „Von 6 bis 99“ darauf.

Kooperation

Anna Calvi live in Berlin: Nennt es „The Anna Calvi Experience“

Die Gitarre wirkt an der sylphidenhaften Erscheinung in scharlachrot wie ein gigantischer Vorschlaghammer, dessen Wucht vom ersten Ton an die Luft im ausverkauften Berliner Astra wabern lässt. Kontrolle bedeutet Macht, dessen ist sich Anna Calvi bewusst. Die wird sie an diesem Abend auch nicht mehr abgeben. „I opened the door wide / I wanted to survive“, so formuliert sie ihren natürlichen Überlebensinstinkt im männlich dominierten Revier der mit E-Gitarren-bewaffneter Jäger. Die Bühne ist eingehüllt in weiße, rote und schwarze Nebelwolken, die sich zu einem dunkelgrauen, unheilvollen Dunst vermengen. Wie der Nebel selbst gleitet Calvi mit ihrer Telecaster hauchzart vom Opener…
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