Juliet Escoria Black Cloud

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Black Cloud

Schon die erste Geschichte in diesem kleinen, toughen Prosaband macht alles klar. Der Lover der Erzählerin ist neu in Kalifornien und will noch alles großartig finden, sogar den angespülten Seetang im Winter, der den Gestank des Todes verbreitet. Der Sound der Desillusionierung tönt aus den meisten dieser kurzen, oft skizzenhaften Storys, aber hier hat das mal nichts Dekadentes, es ist nicht das Ennui-Gefühl der höheren Töchter, die ihre Langeweile in drogistisch überversorgten Clubexzessen vergessen wollen. Escorias White-Trash-Schlampen stammen aus dem heruntergekommenen Suburbia, von dort, wo auch im „Golden State“ der Lack längst ab ist. Sie haben einiges erlebt und sehr wenig zu verlieren. Dass sie sich zudröhnen, ist nichts anderes als Notwehr. Einige Male versucht die Autorin ihre Heldinnen mit etwas zu viel Poesie aufzumöbeln, überzeugender ist sie, wenn sie dieses abgewirtschaftete, armselige, emotional verwahrloste Leben aushält und mit ihrer kargen, lakonischen Prosa einfängt. In den Lücken findet sich dann immer noch genug Platz für ihre Empathie.

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