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Kraftwerk Minimum – Maximum

EMI

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von
Kraftwerk - Minimum - Maximum

Der Setzbaukasten funktioniert noch: viel Jubel um wenig Spektakuläres.

Eine Sache für Fans, das neue Album von Kraftwerk. Und Tusch: “Minimum – Maximum” ist das erste offizielle Livealbum der Band überhaupt, wobei man schon mal ein Philosophie-Stündchen darüber nachdenken darf, ob das nun die dringlichste Aufgabe von Kraftwerk war. Also ein Bühnenbekenntnis abzugeben als genau die Band, die die Maschinenhaftigkeit in ihrer Musik so weit eingeschrieben hat, daß der Mensch dahinter fast zum Verschwinden gebracht wurde.

Hier in Deutschland mag man Kraftwerk, weil sie einfach unsere kleinen Roboter allein draußen in der Welt sind, und draußen in der Welt findet man dieses etwas komische deutsche Tüftlertum am Discobetrieb toll. Außerdem sind sie längst Legenden, denen überall zugejubelt wird, wie auf “Minimum – Maximum” zu hören ist. Eine Platte, die gut als Versuchsanordnung zu nehmen ist, um daran einmal all die Punkte abzuhaken, wieso Kraftwerk so wichtig für die Musikgeschichte sind. Vorneweg ihre Verdienste um die moderne Tanzmusik: daß sie eben die Vorzüge von Funk mit dem Stechschritt vereinigt haben.

Kraftwerk: die Götter der elektronischen Musik, die Mutter von Techno-House, das Großväterchen von Industrial und die Paten der Electronic Body Music. Alles da und alles hier belegt, und eigentlich ist man auch wieder verblüfft, daß sich hinter diesen Weihrauchkesselchen wieder nur der Setzbaukasten aus Stummeltexten und Melodien in ihren schlichten Dreiklangdimensionen verbirgt. Doch: Da steckt eine ganze Menge an Clayderman’scher Klavierromantik drin. Die Beschwörung von Neonlicht ist nur eine andere Art von Kerzenfetischismus.

Das Prinzip Kraftwerk: Sei einfach und tu kompliziert. Kraftwerk hört sich einfach gewichtiger mit dem Grundrauschen der Bedeutsamkeit, den Mythen um die Menschmaschinen, die sich immer wieder geschickt der Öffentlichkeit entziehen. Und weil auf “Minimum – Maximum” alle Hits sind, gibt das Album auch für Einsteiger einen vernünftigen Sampler ab. Ach ja: Eigentlich zwinkert unser kleiner Roboter da draußen mit seinen Lichtlein doch ganz nett.

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