Kurt Vile & Courtney Barnett Lotta Sea Lice

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So wie man sich im richtigen Leben über so manche amouröse Paarbildung wundert, tut man es auch in der Musik: Nick Cave und Kylie Minogue, Kanye West und Paul McCartney, Scott Walker und Sunn O))), Jack White und Alicia Keys … Bei der australischen Songwriterin Courtney Barnett und ihrem amerikanischen Kollegen Kurt Vile sieht man dagegen sofort, was sie aneinander finden. Beide sind Kinder der Neunziger, beide sind im weitesten Sinne das, was man damals Slacker nannte, beide dürften eine Vorliebe für die frühen Platten von Pavement und Beck haben, und beide sind originelle Storyteller.

Vile schrieb einen Song, der seiner Meinung nach zu Barnetts Stimme passte, die sich gerade mit dem Nachfolger ihres Debüts, „Sometimes I Sit And Think, And Sometimes I Just Sit“, mühte und über die Ablenkung froh war. Besagtes Stück, „Over Everything“, eröffnet nun das gemeinsame Album, auf dem auch Ex-Warpaint-Schlagzeugerin Shannyn Sossamon, Ex-Bad-Seed Mick Harvey sowie Mick Turner und Jim White von Dirty Three mitspielen. Sechs Minuten lässiges Gitarrengeschrummel mit geteiltem Schlafwandlergesang, so locker hingeworfen, wie man sich das bei so einem Nebenwerk wünscht. „Unaufgeregt“ wäre noch eine Übertreibung für diese beiden Meister des Understatements: „What time do you usually wake up?“, fragt Barnett im nächsten Song zu einem hübschen hypnotischen Gitarrenriff. „Depends on what time I sleep“, erwidert -Vile.

Auf dem ruhig fließenden Folkstückchen „Continental Breakfast“ machen sie ihre Freundschaft zum Thema: „I cherished my intercontinental friendships/ We talk it over continental breakfast/ In a hotel in East Bumble-wherever/ Somewhere on this sphere around here.“ Vile singt Barnetts „Outta The Woodwork“, die revanchiert sich mit ihrer Interpretation von seinem „Peepin’ Tom“, und am Ende lassen sie Bellys „Untogether“ wie den traurigsten aller traurigen Countrysongs klingen: „You can’t hold the impossibly untogether.“ (Matador)

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