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Laetitia Sadier Silencio


Drag City/Rough Trade VÖ: 27. Juli 2012


von

Wer denkt sich eigentlich solchen Quatsch aus: „Wenn du nicht imstande bist, eine innere Verbindung zu dir selbst herzustellen, wird Laetitia das für dich tun. ‚Silencio‘ ist dein menschliches Modem.“ Steht so im Info der Plattenfirma Drag City zu Sadiers zweitem Soloalbum, und man hofft, das hat jemand an der Sängerin des weiterhin stillgelegten Stereolabs vorbei da reingeschummelt, so gruselig nach verirrter Siebziger-Innerlichkeit hört sich das an.

In der Elektro-Krautrock-Gedächtnisband Stereolab stand Sadier für sinnliche linksradikale Gesellschaftskritik, während Co-Gründer Tim Gane sich eher als abstrakter Klangkonstrukteur verstand. Auch auf der neuen Platte agitiert Sadier wieder in Seminartexten, denen ohne Textblatt zu folgen einem recht bald zu mühselig wird. Diesmal unter anderem gegen Rating-Agenturen, Tyrannei des Geldes und natürlich die ganze herrschende Klasse.

Die tollen Sounds, die Stereolab mal groß gemacht haben, bietet sie auch wieder: funkige Gitarrengrooves mit Robotermotorik, metallische Brasil-Rhythmen, spröden Godard-Chanson-Pop, spaciges Vintage-Synthesizer-Geblubber. Aber dazu mischt sie leider: hippieskes Sirenen-Gesäusel, Pink-Floyd-Gedudel, Ambient-Lappalien. Und am Ende, in ihrer weihevoll vorgetragenen „Invitation Au Silence“, dämmert einem: Den PR-Schwulst hat sie wohl selbst angeregt.

Beste Songs: „Auscultation To The Nation“, „Fragment Pour Le Future De L’Homme“


Die 60 besten Soundtracks aller Zeiten

Ich freute mich darauf, dass er mir etwas Melodisches vorspielen würde“, sagte Steven Spielberg. „Aber John Williams“, und dabei streckte der Regisseur zwei Finger von sich, als wären es zwei alte Socken, „hämmerte mit diesen beiden hier einfach nur auf den tiefen Tasten herum, immer schneller.“ Spielberg sei damals in Lachen ausgebrochen. Dies sollte das Titelthema von „Der weiße Hai“ werden? Heute zählt diese Melodie von Williams zu den Klassikern der Filmmusik. Das Jagdmotiv verursacht noch immer Unwohlsein, mehr als 40 Jahre nach der Kinopremiere. Es ist ein Meisterwerk der Effektivität. Musik nimmt Einfluss auf die Beurteilung eines Geschehens. Sie…
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