Low Ones And Sixes

Sub Pop/Cargo

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Nördlicher als Minnesota geht’s kaum in Amerika, die Leute dort entsprechen unseren Friesen, der Bundesstaat hat ziemlich viele Serien­mörder und Bob Dylan hervorgebracht: Aus Duluth, seiner Geburtsstadt, stammt die Gruppe Low, sie hat seit 1993 dreimal ihren Bassisten ausgewechselt; Steve Garrington begleitet jetzt Alan Sparhawk und Mimi Parker und darf sich auch mal in den Vordergrund zupfen. Sparhawk singt und spielt Gitarre, Parker singt auch und sitzt dabei am Schlagzeug – das erinnert an Karen Carpenter, die ebenfalls eine so schöne Stimme hatte und trommelte. Während ihrer Konzerte freuen sich Low darüber, dass die Zuschauer „Slower!“ rufen, das ist kein Vorwurf, sondern Antrieb, „Noch langsamer!“ soll das bedeuten. Die Kollegen von Souled American haben 1988 in der Hamburger Markthalle so einen Langsamkeitsrekord aufgestellt, Low kommen im Oktober nach Hamburg.

Sie sind keine Lahmärsche, sondern spielen so, wie der Fußballer „Buffy“ Ettmayer beim HSV im Mittelfeld rumlief: Immer mit der Ruhe und dann das Überraschende raushauen. Da Sparhawk und Parker verheiratet sind, haben sich ihre beiden Kinder daran gewöhnt, dass Mama und Papa daheim ihre Songideen vortragen. Jeder Ehekrach hat Spuren auf den CDs hinterlassen, jetzt veröffentlichen Low das elfte Album, es heißt „Ones And Sixes“, und wie jedes Mal, wenn was Neues von Low erscheint, ist der erste Eindruck: Was Ergreifenderes gibt’s doch gar nicht!

Zwölf Stücke, der Realität abgekuckt, Anklagen, aber keine Jammerreden. Die Hausfrau und der Arbeiter interessieren Sparhawk mehr als das Einhorn oder der Klabautermann, er besingt die Unschuldigen und die Lügen, er sagt kein Wort zu viel. Irgendein PR-Horst hat den Begriff „Grexit“ für Griechenlands Ende erfunden, ein anderer PR-Horst hat sich den Begriff „Slowcore“ für die Musik von Low ausgedacht – Sparhawk kann darüber allenfalls lächeln. Low machen was völlig Eigen­ständiges, sie sind, was sie nie von sich selbst behaupten würden: Genies

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