Lucky Them Regie: Megan Griffiths

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Lucky Them

Wie wäre es wohl, für ein Musikmagazin zu arbeiten, das den Krieg gegen die digitalen Plattformen zu verlieren droht? Diese Frage ist der Boden für „Lucky Them“, auf dem Ellie Klug (toll: Toni Collette), eine Rock-Kritikerin, die in Seattle für ein Musikmagazin namens „Stax“ arbeitet, ihren Weg finden muss. Ellies Chefredakteur (Oliver Platt) glaubt fest daran, dass eine wirklich spektakuläre Geschichte den Niedergang seiner Zeitschrift aufhalten und die Auflagenverluste eindämmen könnte. Also beauftragt er Ellie, dem spurlosen Verschwinden des Rockstars Matthew Smith (Johnny Depp) nachzuforschen. Was er nicht weiß: Matthew ist Ellies Ex-Lover. Dieses Geheimnis möchte Ellie gern für sich behalten. Sie hat eigentlich sowieso genug von ihrem unsicheren Job und immer die falschen jungen Männer, natürlich alles Musiker, in ihrem Bett. Doch dann begibt sie sich doch auf die Suche nach Matthew – begleitet von dem ehemaligen Internet-Tycoon Charlie (Thomas Haden Church), der sich als Amateurfilmer neu erfinden will. Natürlich wird die Suche nach Matthew zu einer Suche nach sich selbst.

Charlie ist die Figur, die dem Film den entscheidenden Kick gibt. Seine Flirtversuche, das Anziehen-und-Abstoßen-Spiel zwischen ihm und Ellie ist wunderbar. Die komische und sexuell aufgeladene Energie, aber auch die bewegende Anziehungskraft zwischen zwei konträren Typen machen „Lucky Them“ sehenswert. Die Journalistin Emily Wachtel, die gemeinsam mit Huck Botko das Drehbuch geschrieben hat, scheint ihr ganzes Herz in die Geschichte gelegt zu haben – Regisseurin Megan Griffiths übersetzt sie sehr einfühlsam in schöne Bilder. Natürlich muss man auch Toni Collette („About A Boy“, „Little Miss Sunshine“) hervorheben – eine begnadete Schauspielerin! Als Ellie Matthew schließlich findet, spiegeln sich in der Begegnung die Vergangenheit des Musikers und Ellies unsichere Zukunft. Am Ende steht die Erkenntnis, dass es immer nur um den Weg geht, der vor uns liegt.

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