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Madness One Step Beyond


Aus ROLLING STONE 11/2009:

Irvine Welsh, der einen Aufsatz zu dieser Schmuck-Edition schrieb, geht es wie den meisten Bewunderern von Madness: Man solle nicht zu zerebral und ernsthaft werden, denn wenn der „heavy heavy monster sound“ erklinge, dann zählten nur noch der watschelnde Ska-Beat und ein paar Insignien wie die Hush Puppies und die Fred-Perry-Hemden. Nun stammt Welsh aus dem Norden Edinburghs, Madness aber sind eine Insitution von Camden, Nord-London. Dennoch glaubt man gern, dass der pickelige Jüngling 1979 von „The Prince“ bei „Top Of The Pops“ angetan war.

Es begann damals der einzigartige Reigen von Hit-Singles: „My Girl“ und „Bed And Breakfast Man“ gehören zu den Evergreens der Komödianten, die gleich auch in Videoclips investierten. Auf „One Step Beyond“ gibt es auch schieren Klamauk wie „Tarzan’s Nuts“, das schlingernde Instrumental „Swan Lake“, das Kneipen-Lamento „Land Of Hope & Glory“ und die Rugby-Einstimmung „Chipmunks Are Go!“ Doch „Razor Blade Alley“ und „Believe Me“ ließen schon Vorscheinen, wozu die sieben Burschen noch in der Lage sein würden. Madness nahmen das Grimmige von Ian Dury und den mulitkulturellen Ernst der Specials und formten daraus ihre anrührenden Kitchen-sink-Tragikomödien von Dickensscher Wahrhaftigkeit. Sie saßen in Fish & Chips-Buden und traten in Kaschemmen auf, weil sie nichts hatten. Sie waren die Erben eines versunkenen Imperiums, gerade erwachsen in der Krise der späten Siebziger, drei Jahre nach Punk, unendlich weit entfernt vom Rock, traurige Clowns aus Verhältnissen knapp über Sozialhilfe. In Madness erkannte sich für ein paar Jahre die Jugend des Landes. Und darunter waren leider auch die hässlichen Fratzen mit Springerstiefeln und Union Jack.

Die Deluxe-Edition zum 30. Geburtstag enthält die fünf Videos, einige John-Peel-Aufnahmen, ein paar B-Seiten, Live-Aufnahmen und die italienische und spanische Version von „One Step Beyond“. Madness gaben uns so viel, bis zu dem Album „The Liberty Of Norton Folgate“ in diesem Jahr – sie gaben uns London, die Music Hall, den Humor, das stolze Kleinbürgertum, den Glanz des Alltags, Michael Caine und die Victoria Gardens. Ihre glorreichen Alben werden nun in chronologischer Folge neu aufgelegt. Für Einsteiger gibt es außerdem die Anthologie „Total Madness“ mit allen Singles und Videos – die in beinahe identischer Form alle Jahre wieder veröffentlicht wird, jeweils mit anderem Bild vorn drauf und variiertem Titel.


Zum 50-jährigen Jubiläum: Paul McCartney deutet neue Version von „Let It Be“-Film an

Der Film „Let It Be“ dokumentierte damals die Entstehung des letzten „The Beatles“-Studioalbums. Regisseur Michael Lindsay-Hogg fügte dafür auch das legendäre Videomaterial vom Dachkonzert in London hinzu: 1969 hatte die Band ihr letztes öffentliches Konzert auf dem Dach des Apple Corps Headquarter gespielt. „Let It Be“ wurde 1970 veröffentlicht, Ringo Starr und Paul McCartney sprachen sich 2008 gegen ein Re-Release des Films aus. Nun erklärte McCartney, dass der Film 50 Jahre nach der erstmaligen Veröffentlichung als DVD und Blu-ray erscheinen soll – allerdings wohl in einer neuen Fassung mit bisher ungesehenem Material. „Wir haben Meetings bei Apple, dem ursprünglichen Beatles-Apple.…
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