Neue Podcast-Folge: „Die Streifenpolizei“ über die Favoriten der Oscar-Verleihung

Mikaela Davis Delivery


Rounder/Universal

Plinkerndes Klavierspiel, sphärischer Gesang: So beginnt „A Letter That I’ll Never Send“. Es geht um ­eine luftige Liebschaft, die in einem Desaster endet. Eine 26-­jährige Singer-Songwriterin aus Rochester/New York lässt kunstvoll ihr Talent flattern. Man erwartet Elfenmusik bis Avantgarde – schließlich zupft sie die Harfe und kommt von der Klassik. Doch dann bollern nach 55 Sekunden fette Rockband-­Breitseiten los, Fuzz-Effekte und scheppernde Drums. Damit ist in aller Kürze das Prinzip Mikaela Davis erklärt: von leise nach laut in wilden Tempo­wechseln.

Einsames Schwelgen trifft Folk-­Rock, Powerpop und allerlei Americana. Eine Joanna Newsom in Derbe. Produzent John Congleton (St. Vincent, Angel Olsen) sorgt für Breitwand-Sound. Die englischen Folk-­Schwestern The Staves steuern ihren federleichten Gesang bei, ­eine Art Girlgroup-­Gospel. In „Lit­tle Bird“ perlt Harfenspiel über Gitarrenriffs. Davis will vieles, und einiges gelingt. Eine ambitionierte Attacke aus der US-Indie-­Provinz, die in den gehobenen Mainstream zielt.

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Kooperation

Zum Tod von Meisterregisseur Nicolas Roeg: Im Sog der Leidenschaften

Nicolas Roeg war immer ein Außenseiter des Kinos geblieben. Fast könnte man sagen, dass er diesen Platz ganz bewusst verteidigt hatte vor den (allerdings spärlichen) Versuchen, ihn zum Klassiker des experimentellen Kinos zu erheben. In fast allen seinen Filmen porträtierte er ganz buchstäblich Außerirdische, Verstoßene, dem Höllensumpf der Gesellschaft entflohene Sonderlinge, die dem Ruf der Wildnis auf Gedeih und Verderb verfallen sind und zwanghaft nach ihrer Identität suchen. Natürlich kennt die ganze Welt „Wenn die Gondeln Trauer tragen“ (1973), der im englischen Original so wundervoll wie weltabgewandt „Don’t Look Now“ heißt. Eine inzwischen kultisch verehrte und gespenstische Meditation über den…
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