Panda Bear
„A ? Of When“
DOMINO (VÖ: 10.07.2026)
Grandiose Pop-Utopie gegen die grassierende Bräsigkeit
Die Aussage, das Studio zum Instrument zu machen, ist im vergangenen Vierteljahrhundert zu einem traurigen Witz verkommen. Heute kann jede:r, der oder die zu Hause über einen Laptop und ein Tonbearbeitungsprogramm verfügt, das Studio zum Instrument machen. Ergebnis: immer mehr Gleichklang. Wo sich die Spreu vom Weizen trennt, demonstrieren Peter Kember alias Sonic Boom (Spacemen 3, Spectrum) und Noah Lennox alias Panda Bear (Animal Collective) auf ihrem zweiten gemeinsamen Album.
„A ? Of When“ ist zu einem nicht unbeträchtlichen Teil das Resultat intensiver Heimstudio-Frickelei. Aber es ist dermaßen zauberhaft versponnen und kunstvoll verwoben, dass die Technik, mit der diese Pop-Wundertüte gefüllt wurde, völlig in den Hintergrund tritt.
Wer die Diskografien von Panda Bear und Sonic Boom kennt, könnte meinen, dass die beiden auf den Feldern Neo-Psychedelia, Noise-Pop und Space-Rock schon alles abgeerntet haben. Weit gefehlt! Zu Beach-Boys-Chören, Beatles-Sitars, pazifisch blubbernden Synthesizern, Field Recordings, Weltraumharfen, Wattewölkchenstreichern, meditativ verhallenden Klanghölzchen, somnambulen Steeldrums, beschwipsten Pedal-Steel-Gitarren und Geräuschen aus Science-Fiction-Streifen schweben sie hier der Vollendung ihrer Vision entgegen, in der sich die depressiv-gelangweilte Gegenwart im Optimismus einer untergangenen Utopie spiegelt. Glück ist immer noch möglich. Zumindest in Tracks wie „Lucky Charm“ oder „Something Like Dreaming“, die ihre Loops aus dem „Pet Sounds“-Kosmos destillieren. Panda Bear und Sonic Boom sind Nostalgiker und Futuristen zugleich. Für dieses Meisterwerk sind sie in die Pop- Geschichte zurückgereist, um dort von einer besseren Zukunft träumen zu können.