Peter Case Hwy 62


Omnivore

In den fünf Jahren seit „Wig!“, seiner letzten LP mit neuen Songs, musste Peter Case mit wachsender Sorge zur Kenntnis nehmen, wie die Abgründe zwischen den politischen Antipoden Amerikas tiefer und breiter wurden. Besonders die Interessenlagen in Bezug auf Immi­gration scheinen unversöhnlich. Dem Integrationswillen auch maßgeblicher Demokraten stemmt sich aufseiten der Republikaner nicht nur der dröhnende Donald entgegen: Trumps Versprechen, elf Millionen illegale Einwanderer zurückzuverfrachten und eine unüberwindliche Mauer entlang der mexikanischen Grenze hochzuziehen, erweist sich als Trumpf beim Stimmenfang.

Um solcherlei Xenophobie und soziales Unrecht geht es in den Songs des Troubadours, entlang einer Strecke, die Mexiko mit Kanada verbindet, von Juárez bis Niagara Falls: des Highway 62. „Pelican Bay“ ist die erste Station, ein Plädoyer wider Isolationshaft im Strafvollzug. „New Mexico“ erinnert an historische Verfehlungen, „Water From A Stone“ an das schicksalhafte Elend ganzer Generationen von Migranten, „All Dressed Up (For Trial)“ an die Angst des Angeklagten vor Gericht, „where justice still gets left behind“. In „Evicted“ werden Herzen gebrochen, „If I Go Crazy“ ist ein humoris­tisch-prekärer Balanceakt ohne Netz und doppelten Boden.

Auch die musikalischen Mittel bleiben die alten, rühren an Americana, bemühen den Blues, zitieren Folk und echauffieren sich zu Rock. Peter Case, in jungen Jahren mit den Nerves und den Plimsouls powerpopspritzig, verfügt längst über eine Stimme, die bei aller Sprödheit auch Nuancen hörbar macht, auf dem sanften „Bluebells“ wie auf dem eleganten „Waiting On A Plane“. Bob Dylans „Long Time Gone“ ist die einzige Fremdkomposition, am Ende steht mit dem ins­trumentalen Title-Track ein knapper Epilog zur meilenfressenden Exkursion. Er habe den Highway 62, der direkt an seinem Haus in Buffalo vorbeiführt, früher immer als Straße der Hoffnung gesehen, sagt Case. „Hwy 62“ berichtet von Hoffnungen, die trogen.

Kooperation

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