ROLLING STONE-Ausgabe 07/2019 MIT EXKLUSIVER PHIL COLLINS 7-INCH SINGLE
Highlight: Sylvester Stallone: Alle „Rocky“- und „Rambo“-Filme im Sterne-Ranking

Pixies Head Carrier


„What a waste of talent“, singt Black Francis am Ende des Songs „Talent“, und damit kann er ja wohl unmöglich die eigene Geschichte meinen, diese unglaubliche, beeindruckende Pixies-Story, die eine Art Rahmenhandlung zum großen Alternative-Rock-Märchen bildet. Denn wer, wenn nicht die Pixies, hätte denn sonst damals alle Trümpfe in der Hand gehabt: musikalisch, ­ideell, gendertechnisch?
Nach zwei ikonischen und zwei ordentlichen Platten, einer langen Pause, einer EP-Compilation und dem Abschied von Kim Deal haben die Pixies nun „Head Carrier“ veröffentlicht.

Am Bass und ab und an auch vor dem Mikrofon steht Paz Lenchantin und macht ihre Sache prima, auch wenn man gerade bei dem von ihr gesungenen Song „All I Think About Now“ (der ein Abschiedsbrief an Deal sein soll, wie kolportiert wurde) vor allem an die alten Pixies denken muss, so typisch kommt der medioker schnelle, medioker sehnsüchtige Song daher, eben als eine Mischung aus „Gigantic“ und „Where Is My Mind?“. Allein womit sollte man sich auch sonst von Deal verabschieden?

„Um Chagga Lagga“ dagegen ist ein schön sperriges, rockabillyartiges Gebilde aus Blacks ausgespuckten Bildern, Lenchantins verzerrtem Backgroundgesang und einer Pixies-Gitarrenwand. „Um Chagga Lagga on the side of the road – they’re coming to get me!“, schreit Black – vielleicht hat er Angst vor den eigenen Dämonen. Jeder zweite Song auf diesem Album ist jedenfalls gut, hat Atmosphäre und Ideen. „­Oona“ beispielsweise, mit seinen schrägen Taktzahlen und harmonisch-dissonanten Akkordfolgen. Oder wenn Black sich nachdenklich zurückerinnert: „All the saints/ That I love/ Some below/ ­Some ­above“, und Lenchantin ­dazu – ach, so Pixies-typisch – eine hübsche zweite Stimme singt.

Kooperation

Wie immer vereinen sie in ihren Sounds erfolgreich das Duale des Lebens: Frau/Mann, glücklich/unglücklich, schnell/langsam, gefällig/anstrengend. Die andere Hälfte der Songs ist ein bisschen beliebig. Dennoch: Das Glas ist halb voll.


ÄHNLICHE KRITIKEN

Elton-John-Film „Rocketman“ :: Sex, Drugs und Glamour

Der Film von Dexter Fletcher beleuchtet in einem ekstatischen Hybrid aus Musical und Biopic den Aufstieg Johns vom schüchternen Middlesex-Knaben...

The Thing :: Deluxe Edition

Carpenters bester Film in seiner bislang besten Box.

Keith Richards :: Talk Is Cheap

Als Keef noch sauer war auf Mick: Das Solodebüt des Riff-Magiers


ÄHNLICHE ARTIKEL

Verlosung und Review: „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ im Mediabook

Am 14. Juni 2019 erscheint „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ im Heimkino in verschiedenen Fassungen. Wir verraten nicht nur, ob sich die Anschaffung des Mediabooks lohnt, sondern verlosen auch noch drei Exemplare.

Sylvester Stallone: Alle „Rocky“- und „Rambo“-Filme im Sterne-Ranking

Wer ist eigentlich besser: Rocky Balboa oder John Rambo? Hier gibt es die Antwort.

Anna Calvi live in Berlin: Nennt es „The Anna Calvi Experience“

Bei den ersten Songs kommt man nicht einmal zum Atmen – als hätte das Publikum es noch nie erlebt, wie jemand derartig gut Gitarre spielen kann. Calvi malträtiert ihre Fender Telecaster auf der Bühne mit einer solchen Vehemenz, als hätte nicht Hendrix, sondern sie die Gitarren-Revolution angezettelt.


Verlosung und Review: „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ im Mediabook

Über den Film Schon der Titel des Films macht Lust auf mehr, ist er doch nicht nur besonders lang, sondern auf den ersten Blick auch etwas absurd: „The Man Who Killed Hitler And Then The Bigfoot“ erzählt die Geschichte von Calvin Barr (gespielt von Sam Elliott). Wenn man ihn in seiner Stammkneipe sieht, hält man ihn für unscheinbar, doch dabei ist er ein waschechter Held, seine Leistung ist aber streng geheim. Denn er hat im Zweiten Weltkrieg Adolf Hilter getötet. Jetzt genießt er aber seine Ruhe und ein friedliches Leben. Bis eines Tages das FBI vor seiner Tür steht und eine…
Weiterlesen
Zur Startseite
Kooperation