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Pixies Head Carrier

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„What a waste of talent“, singt Black Francis am Ende des Songs „Talent“, und damit kann er ja wohl unmöglich die eigene Geschichte meinen, diese unglaubliche, beeindruckende Pixies-Story, die eine Art Rahmenhandlung zum großen Alternative-Rock-Märchen bildet. Denn wer, wenn nicht die Pixies, hätte denn sonst damals alle Trümpfe in der Hand gehabt: musikalisch, ­ideell, gendertechnisch?
Nach zwei ikonischen und zwei ordentlichen Platten, einer langen Pause, einer EP-Compilation und dem Abschied von Kim Deal haben die Pixies nun „Head Carrier“ veröffentlicht.

Am Bass und ab und an auch vor dem Mikrofon steht Paz Lenchantin und macht ihre Sache prima, auch wenn man gerade bei dem von ihr gesungenen Song „All I Think About Now“ (der ein Abschiedsbrief an Deal sein soll, wie kolportiert wurde) vor allem an die alten Pixies denken muss, so typisch kommt der medioker schnelle, medioker sehnsüchtige Song daher, eben als eine Mischung aus „Gigantic“ und „Where Is My Mind?“. Allein womit sollte man sich auch sonst von Deal verabschieden?

„Um Chagga Lagga“ dagegen ist ein schön sperriges, rockabillyartiges Gebilde aus Blacks ausgespuckten Bildern, Lenchantins verzerrtem Backgroundgesang und einer Pixies-Gitarrenwand. „Um Chagga Lagga on the side of the road – they’re coming to get me!“, schreit Black – vielleicht hat er Angst vor den eigenen Dämonen. Jeder zweite Song auf diesem Album ist jedenfalls gut, hat Atmosphäre und Ideen. „­Oona“ beispielsweise, mit seinen schrägen Taktzahlen und harmonisch-dissonanten Akkordfolgen. Oder wenn Black sich nachdenklich zurückerinnert: „All the saints/ That I love/ Some below/ ­Some ­above“, und Lenchantin ­dazu – ach, so Pixies-typisch – eine hübsche zweite Stimme singt.

Wie immer vereinen sie in ihren Sounds erfolgreich das Duale des Lebens: Frau/Mann, glücklich/unglücklich, schnell/langsam, gefällig/anstrengend. Die andere Hälfte der Songs ist ein bisschen beliebig. Dennoch: Das Glas ist halb voll.

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