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Ramones Ramones

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Blickt man auf 1976 zurück, so war dies das Jahr, in dem Peter Frampton, Stevie Wonder und die Eagles die US-Albumcharts dominierten. Genauso war es aber auch das Jahr, in dem Martin Scorseses „Taxi Driver“ in den Kinos anlief und vier New Yorker Außenseiter dem Punkrock seine unmittelbare Initialzündung gaben. Dem vorherrschenden musikalischen Zeitgeist machten die Ramones auf ihrem gleichnamigen Debütalbum kurzen Prozess: 14 schnörkellos-schnelle Songs in knapp 29 Minuten; bis vier zählen zu können reicht auch in etwa aus, um die Menge der verwendeten Akkorde darin zu bestimmen.

Mit einer Vorliebe für den Pop’n’­Roll der frühen Sechziger (das Chris-Montez-Cover „Let’s Dance“ zeugt unverhohlen davon) schickte sich das spacke Quartett aus Queens in Lederjacken, Jeans und Turnschuhen an, als hyperaktive männliche Antwort auf die Shangri-Las und die Ronettes den Rock zu entschlacken und herrlich holzschnittartig auf seine Grundzüge zu reduzieren. Inhaltlich gleicht die Platte dabei als schizophrenes und karikaturartiges Siebziger-Zeitbild des schäbigen Schmelztiegels New York einem vertonten „Mad“-Magazin: Zwischen Bubblegum-Beat („Listen To My Heart“) und Baseballschläger-Pädagogik („Beat On The Brat“), Schnüffelstoff-Ode („Now I Wanna Sniff Some Glue“) und provokativ-satirischen Nazi-Anspielungen („Blitzkrieg Bop“, „Today Your Love, Tomorrow The World“), unschuldiger Tanztee-Romantik („I Wanna Be Your Boyfriend“) und Gewaltfantasien („Chain Saw“, „53rd & 3rd“) changierend, lagen sympathischer Stumpfsinn, antiautoritäres Aufbegehren und Gossengenialität nie so nah beieinander.

Schelmisch auf 19.760 Exemplare limitiert, enthält diese aus drei CDs sowie der Vinylfassung des Album bestehende Remaster-Jubiläums-Box neben diversen Outtakes, bisher unveröffentlichten Demos und zwei Live-Mitschnitten auch den damals als Alternativversion angedachten, nun nachträglich angefertigten Mono-Mix der Platte. (Rhino/Warner)

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