Ron Mann Altman

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Robert Altman war der unbeirrbare Nonkonformist des amerikanischen Kinos. 1968 inszenierte er nach Anfängen bei Werbung und Fernsehen seinen ersten Kinofilm, „Countdown“, und konnte nur zwei Jahre später mit der aberwitzigen Vietnamkriegs-Satire „M*A*S*H“ seinen ersten großen Erfolg feiern, der ihm die Goldene Palme beim Filmfestival von Cannes einbrachte und ihm die Türen in Hollywood weit öffnete. Der kanadische Filmemacher und Produzent Ron Mann hat nun eine die gesamte Karriere des großen Außenseiters nachzeichnende Dokumentation vorgelegt. Ausgehend von einer süffisanten Lexikondefinition des Begriffs „Altmanesque“ lässt Mann das Leben des Regisseurs chronologisch Revue passieren. Die ersten Karriereschritte werden zwar nur gestreift, dennoch zeigt sich in vielen Anekdoten bereits der sture, oft unbeugsame Charakter Altmans, der ihn auf lebenslangem Konfrontationskurs zu den Konventionen und Hierarchien Hollywoods arbeiten ließ: Noch während des Drehs von „Countdown“ bekam Altman von Studioboss Jack Warner Hausverbot und konnte den Film somit nicht selbst vollenden. Begründung: „Dieser Idiot lässt im Film mehrere Schauspieler gleichzeitig sprechen.“ Altman selbst sagte dazu, er habe einen realistischeren Zugang zum Filmemachen gesucht.

Die Gleichzeitigkeit, das Überlappende und ineinander Verzahnte waren stets charakteristisches Merkmal seiner meisterhaften Ensemblefilme, wie „Nashville“, „Eine Hochzeit“ und „Short Cuts“, in denen Altman durch das Nebeneinander zahlreicher Figuren und Handlungsstränge so unterhaltsame wie scharfsinnige Bestandsaufnahmen der amerikanischen Gesellschaft lieferte. Ron Mann bedient sich für „Altman“ einer ähnlich undogmatischen Herangehensweise und mischt Archivbilder, Interviews, Filmsequenzen und Kommentare von Altman zusammen, ohne doch den roten Faden zu verlieren. Dabei entsteht eine liebevolle Würdigung, die zwar erwartbare Akzente setzt und vieles nur streift, mit ihrer kompakten Spieldauer aber auch flüssig und zugänglich ist.

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