Serie der Woche: „Bad Sisters“



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Dass die Leiche im offenen Sarg eine Erektion hat, passt zu dem Mann, den Bibi, Becka, Eve und Ursula immer nur „The Prick“ nennen. Die vier sind die Schwestern von Grace, der Witwe, die jetzt versucht, die Beule in der Hose der Leiche hinter einem Hochzeitsfoto zu verstecken. Die Garvey-Schwestern waren immer ein Herz und eine Seele. Und dass dieses bigotte Arschloch, das jetzt im Sarg liegt, Grace allmählich alle Lebendigkeit geraubt hat, war für die Garveys ein unerträglicher Zustand. Jetzt ist alles wieder gut. Doch die Garvey-Schwestern haben die Rechnung ohne die Claffin-Brüder gemacht. Die betreiben ein Versicherungsbüro, das pleite gehen würde, wenn es Grace die horrende Lebensversicherungssumme auszahlen muss. Die Claffins wollen nachweisen, dass John Paul Williams nicht wirklich bei einem Unfall ums Leben gekommen ist.

Der irische Comedy-Thriller „Bad Sisters“ beruht auf der belgischen Serie „Clan“. Und Sharon Hogan, die die Adaption entwickelt hat und eine der Garvey-Schwestern spielt, hat nicht nur ein Händchen für schrullig-fiesen Humor, sondern auch einen guten Musikgeschmack: Eine Serie, die PJ Harvey dazu bringt, für die Erkennungsmelodie Leonard Cohens „Who By Fire“ neu aufzunehmen, kann gar nicht schlecht sein. (Apple TV+)


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