Serie der Woche: „Black Bird“



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Wann ist endlich Schluss mit dem True-Crime-Hype? Brauchen Krimis wirklich den Kick des vermeintlich Authentischen? Taugt ein „Based On A True Story“ im Vorspann als Qualitätssigel? Oder ist so ein Hinweis nur der Beweis dafür, dass die Serienmacher ihrer Geschichte allein nicht zutrauen, das Publikum zu fesseln? Dass die Geschichte, die „Black Bird“ erzählt, auf einem wahren Kriminalfall beruht, macht die Serie jedenfalls kein bisschen besser: Das FBI bietet James Keene, der wegen Drogenhandel und Waffenbesitz zu zehn Jahren Haft verurteilt wurde, einen Deal an: Ihm wird die Strafe erlassen, wenn er es schafft, einen Serienkiller im Knast zu einem Geständnis zu bewegen.

Taron Egerton, der schon Robin Hood und Elton John war, spielt diesen James Keene als durch und durch unsympathisches Muskelpaket. Und obwohl Ray Liotta als Keenes Vater in einer seiner letzten Rollen noch einmal beweist, wie sehr er zeitlebens als Schauspieler unterschätzt wurde, überdehnt die Miniserie eine Story, die vielleicht Stoff für eine Stunde geboten hätte, auf insgesamt sechs Episoden und misslingt auch als Schuld-und-Sühne-Drama. (Apple TV+)


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