Serie der Woche: „Ghosts“



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Gruselhäuser sind ja derzeit der neueste Schrei im Seriengeschäft. In „Shining Vale“ landen Courteney Cox und Greg Kinnear in einer Spukvilla. Auch die vierte „Stranger Things“-Staffel entdeckt den Haunted-House-Topos als neue Zutat für ihren Fantasy-Sci-Fi-Horror-Mix. Und nun ziehen in „Ghosts“ die beiden New Yorker Samantha und Jay in ein von Geistern bewohntes Landhaus. Das Remake einer britischen Serie steht allerdings nicht in der Tradition von „American Horror Story“, kommt ohne Schockmomente aus, sondern die Geister hier erinnern eher an Oscar Wildes „Das Gespenst von Canterville“ oder „Hui Buh“.

Das Gruseligste an ihnen ist, dass man nie weiß, ob sie die neuen Hausbewohner gerade heimlich beim Duschen oder beim Sex beobachten – zumindest bis Samantha einen Unfall hat, fast stirbt, und daraufhin die Geister sehen und hören kann. So verwandelt sich „Ghosts“ letztlich in eine schrullig-groteske WG-Komödie, bei der Wallstreet-Schnösel auf Hippiemädchen und Jazzsängerinnen aus der Prohibitionszeit auf Wikinger treffen, die alle nur gemeinsam haben, dass sie hier gestorben sind und darauf warten, endlich ins Jenseits verschwinden zu dürfen. (Sky)


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