Serie der Woche: „Paper Girls“



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Die Serien-Flut ist inzwischen so groß, dass niemand mehr alles im Blick behalten kann – und auch uns sind 2022 ein paar tolle Serien durchgerutscht, die wir nicht unerwähnt lassen wollen. Die Marketingabteilung von Amazon Prime Video hat sich diesmal nicht durchgesetzt. Offenbar. Denn ganz sicher ist jemand von denen auf die Idee gekommen, „Paper Girls“ als „Stranger Things“ mit Mädchen zu promoten.

Es wäre auch gar nicht allzu weit hergeholt gewesen. Schließlich erzählt die Serie von vier Schülerinnen, die in den 1980er Jahren als Zeitungsausträgerinnen arbeiten in eine fantastische Parallelwelt geraten und durch die Zeit reisen. Die Serie beruht auf einem Comic von Brian K. Vaughan und Cliff Chiang aus dem Jahr 2016, der damals unter anderem mit dem Eisner Award für die beste neue Comicreihe ausgezeichnet wurde.

Und anstatt zu versuchen, den Ton von „Stranger Things“ nachzuahmen, bleibt die Comicverfilmung der Vorlage treu, erinnert – auch aufgrund des bescheidenen Budgets – in ihrer eher karg-düsteren Ästhetik eher an „Doctor Who“ und kommt viel sperriger, weniger Nerd-verliebt und tatsächlich viel düsterer als die Netflix-Erfolgsserie daher – dazu trägt ein bisschen auch der geschmackssichere Soundtrack bei, bei dem Danzig, Pavement und New Order aufeinandertreffen. (Amazon)


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