Serie der Woche: „The Old Man“



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Dan Chase plagen die Probleme, die alte Männer halt so plagen. Er schläft keine Nacht durch, weil er ständig zum Pinkeln aufstehen muss. Morgens, mittags und abends schluckt er eine stattliche Sammlung an Pillen, die all die Beschwerden, die das Altern mit sich bringen, mildern sollen. Außerdem wird er vergesslich und hat eine panische Angst davor, dement zu werden. Was ihn aber von den meisten anderen alten Männern unterscheidet, ist, dass er mal ein CIA-Spion war, in den 80er-Jahren in Afghanistan gegen die Russen gekämpft, sich dort mit seinem Arbeitgeber und einem Mujaheddin-Warlord angelegt hat und seither untergetaucht ist – und ihn nun unverhofft seine Vergangenheit einholt. Wenn er nicht zwei Rottweiler hätte, die zu Killern werden, wenn er ihnen auf Deutsch Kommandos wie „Fass!“ gibt, würde er die erste Episode von „The Old Man“ nicht überleben.

Dass der Achtteiler ein intensiver Thriller ist, der nichts für Menschen mit schwachen Nerven ist, hat vor allem damit zu tun, dass er sich erlaubt, sehr langsam zu erzählen – ob es um Sequenzen geht, in denen zehn Minuten einfach nur geredet wird, oder um Szenen, in denen der alte, aber zähe Mann ums Überleben kämpfen muss und dies in einer ungewöhnlichen Ausführlichkeit gezeigt wird, die manchmal nur schwer zu ertragen ist. (Disney+)


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