Serie der Woche: „Uncoupled“



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„Beverly Hills, 90210“, „Sex And The City“, „Emily in Paris“: Was Darren Star sich ausdenkt, ist wie ein wohliges Schaumbad in einer Welt voller Eisbäder. Seine schicken Großstadtfiguren denken zwar, sie leiden mächtig, haben aber selten existenzielle Sorgen (und immer traumhafte Wohnungen oder Häuser). So ist es auch bei Michael, der nach 17 Jahren von seinem Freund verlassen wird und nun in der neuen Dating-Welt zurechtkommen muss.

Neil Patrick Harris spielt ihn natürlich mit all dem fast schon nervigen Charme, mit dem er auch in „How I Met Your Mother“ einen eigentlich unsympathischen Typen doch irgendwie liebenswert machte. Die Serie lebt von der Situationskomik, die bei tollpatschigen Annährungsversuchen entsteht, und sicher auch von dem einen oder anderen Klischee, doch da wurde bei Star noch nie jemand benachteiligt – in ihrer Ein- bis maximal Zweidimensionalität sind seine Figuren schon immer vor allem Projektionsflächen gewesen, keine echten Menschen. (Netflix)


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