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Simon & Garfunkel: Bridge Over Troubled Water

Columbia Legacy/Sony Music

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Wieso sich der für diese Jubiläums-Ausgabe als verantwortlicher Produzent genannte Bob Irwin nicht entschließen konnte, die Outtakes der Studio-Sessions zu diesem Album hier komplett als Zugaben anzubieten, bleibt rätselhaft. Leider ließ Irwin hier, anders als bei der Remaster-Edition von 2001, den Alternativ-Take des Titelsongs unter den digitalen Schneidetisch fallen.

Allerdings dann doch nicht ganz, denn genau genommen ist “Live 1969” als Zugabe das absolute Sahneteil in diesem Set. Bei Columbia ewig bewährte Praxis, hatte man nämlich die Konzerte der Tournee, auf der Simon & Garfunkel viele Songs der neuen LP noch vor deren Veröffentlichung erstmals öffentlich präsentierten, komplett mitgeschnitten. “Live 1969”, vorher in USA als exklusive Rarität von der Starbucks-Kette (!) angeboten, erscheint immerhin im Rahmen der Anniversary Edition endlich auch bei uns.

Das Duo wurde von denselben Cracks begleitet wie bei den Studioaufnahmen. Roy Halee bürgte für absolut hochkarätige Aufzeichnungstechnik. Was fehlte (und gerade deswegen diese Mitschnitte zu so faszinierenden Dokumenten macht), waren die opulenten production values, mit denen Halee die fünf neuen Songs für die LP schon ähnlich “veredelte” wie später die von “Graceland”. Von den Spannungen zwischen dem Duo, das sich bald darauf trennen sollte, ist hier nichts zu hören, im Gegenteil: Nie war der Vortrag derselben weniger von Routine angekränkelt als bei dieser Tournee. Auch bei den “Bookends”-Songs harmonierten die beiden perfekt. Wie Art Garfunkel den brandneuen Titelsong damals ohne pathetische Drücker fast zurückgenommen interpretierte, war für die Zuhörer eine Erfahrung, die sie erst mal verarbeiten durften.

Im Lauf der Making-of-Dokumentation “The Harmony Game” plaudert Roy Halee noch einmal aus dem Nähkästchen und erzählt, was ihm im Studio alles so an Ideen und klanglichen Finessen für die Produktion von “Bridge Over Troubled Water” einfiel. Das TV-Special “Songs Of America” auf derselben Bonus-DVD, Ende 1969 von CBS als Promotion der Platte ausgestrahlt, musste man aus alles andere als optimal archiviertem Material restaurieren. Das 16mm-Cinema-direct-Dokument präsentiert Robert Ryan, der in seiner jüngsten Rolle in Sam Peckinpahs “The Wild Bunch” damals gänzlich anders friedensbewegt war als Martin Luther King, Robert Kennedy, Cesar Chavez und die anderen in diesem Film auftretenden politischen Größen. Dass manche Zuschauer seinerzeit die hier zu sehenden, aus Vietnam nach Hause geflogenen toten GIs in diesem Zusammenhang als reine Provokation empfanden, wollte Paul Simon damals noch nicht so recht begreifen.

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