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Tedeschi Trucks Band Made Up Mind


Sony Masterworks


von

Die Idee der familiär fundierten, schwarz-weißen Roots-Großband, sie lebt weiter, in Jacksonville, Florida. In den Swamp Raga Studios gleich hinter dem Wohnhaus von Susan Tedeschi und Derek Trucks, mit fließenden Übergängen. Proben wir noch oder nehmen wir schon auf? Und wenn der Vibe noch nicht ganz stimmt, gibt’s halt früher Dinner, bevor die Nacht noch lang genug werden kann.

Es ist vermutlich ein Kunststück, eine auf der Bühne regelmäßig über sich selbst hinauswachsende Band mit immerhin elf Musikern (darunter, na klar, zwei Schlagzeuger) im Studio-Format nicht amputiert wirken zu lassen. Aber für Jam-Klischees war die TTB ja selbst zuletzt auf dem Live-Album „Everybody’s Talkin’“ nicht zu haben. Darüber hinaus garantieren vertraute Gäste einen zweiten Blick und ein drittes Paar Ohren, wie erneut Produzent Jim Scott (Tom Petty etc. pp.) und die Co-Autoren Gary Louris, John Leventhal oder Doyle Bramhall II.

Letzterer schrieb „Part Of Me“ mit, ein Tedeschi-Duett mit Saunders Sermons (der sonst die Posaune bläst), das einen sofort anspringt, in diesem frechen Mix aus Motown-Süße und Stax-Schärfe. Etwas blueslas­tiger und besser noch, auch weil es die Dynamik der Band so gut ausspielt, ist „Do I Look Worried“, wenn Trucks’ Slide-Licks auf dem Echo von Tedeschis Stimme einfach weiterzutanzen scheinen. Ja, doch, der einzig wahre Duane-Allman-Erbe hat im jeweiligen Song-Rahmen schon immer wieder genügend Auslauf, wie im rauen, zerfasernden Swamp-Funk „The Storm“ , und in „Whiskey Legs“ reicht’s (dem Titel angemessen) sogar für ein zünftiges Saiten-Duell mit der Gattin. Denn Tedeschi ist ja nicht nur eine formidable Sängerin, ganz zu Hause in den leiseren Zwischentönen („It’s So Heavy“, „Sweet And Low“) und im Akustik-Rausschmeißer „Calling Out To You“, aber auch als Shouterin nicht minder präsent, etwa zu den pumpenden Riffs des Titelstücks.

Zwischendurch geht’s einfach mal in die Hängematte, um den Schwingungen eines „Idle Mind“ nachzuspüren. Für so viel Müßiggang darf Keyboarder Kofie Burbridge dann sogar mal seine Flöte auspacken, während Susan Tedeschi nur wissen will: „Why don’t you sail away with me?“ Schon geschehen. 


Die besten Schlagzeuger aller Zeiten: John Bonham von Led Zeppelin

Noch Jahre später amüsierte sich Jimmy Page darüber, wie der Song „Good Times Bad Times“ und dessen atemberaubenden Bass-Drumm-Einsatz für Verwirrung bei den Zuhörern sorgte: „Alle waren sich sicher, dass Bonzo zwei Bass-Drums benutzt, während er in Wirklichkeit nur eines hatte.“ Dieses Darbieten, so gewichtig, so lebendig, so virtuos und bedacht, legte den Grundstein für Bonhams finessenreiche Karriere bis zu seinem viel zu frühen Tod 1980. „Ich habe Jahre, wirklich Jahre, damit verbracht, in meinem Kinderzimmer ständig Bonhams Schlagzeugspielen zuzuhören und versucht, es ihm in seinem Schwung, seinem „behind-the-beat“ Swagger, seiner Geschwindigkeit oder seiner Power gleich zu tun“, so Dave…
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