The Beatles Mono Vinyl Box


Apple/Universal


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Die Beatles sind wieder da. Wie eigentlich jedes Jahr im September. Dieses Mal ist es allerdings ein Ereignis von Hi-Fi-Foren sprengender Größe: Fünf Jahre nachdem das Gesamtwerk der Band digital remastered in Mono und Stereo erschienen ist und zwei Jahre nach der Veröffentlichung der polierten Alben in Stereo auf LP gibt es jetzt endlich auch die Mono-Versionen auf Vinyl mit Original-Artwork – vom Debüt „Please Please Me“ bis zum Weißen Album, inklusive der US-LP „The Magical Mystery Tour“ und einem Extra-Triple-Album mit Singles und B-Seiten bis 1968. 1969 begann auch für die Beatles die Stereo-Ära, bis dahin hörte man in Großbritannien fast ausschließlich in Mono, daher legte die Band großen Wert auf den korrekten Einklang und verbrachte etwa bei „Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band“ drei Wochen mit der Abmischung, während die Mixes im künstlichen Ping-Pong-Stereo von Toningenieuren an drei Tagen gemacht wurden.

Die Mono-Fassungen sind also der Heilige Gral, der einzige Weg, die Platten so zu hören, wie die Band sie intendiert hat. Die Unterschiede zu den Stereo-Mischungen machen sich, wie man schon vor fünf Jahren auf der digital bearbeiteten CD-Box „The Beatles in Mono“ nachhören konnte, vor allem bei den akustisch ambitionierteren Alben bemerkbar. Wer die Beatles noch nicht in Mono gehört hat, hat sie genau genommen noch gar nicht gehört, werden die Audiophilen und Nostalgiker sagen, an die sich diese nicht billige Box richtet.

Während für die LP-Reissues in Stereo die 24-Bit-Remasters verwendet wurden, die auch den CDs zugrunde lagen, sind die Mono-LPs ohne digitale Umwege und unter Berücksichtigung der Aufzeichnungen des damaligen Cutting Engineers direkt von den analogen Masterbändern auf Vinyl geschnitten worden (mit Ausnahme des Debüts „Please Please Me“, wo ein analoger Zwischenschritt nötig war). Wenn das damalige Equipment an seine Grenzen stieß, so ist in dem gut 100-seitigen Begleitbuch zu lesen, nutzte man moderne Technologie, um die Informationen der Original-Tapes möglichst optimal auszunutzen. Auf eine digitalkosmetische Reinigung von Störgeräuschen, wie sie bei den Mono-CDs vorgenommen wurde, hat man verzichtet, um den Gesamtsound nicht durch Bearbeitung zu beeinträchtigen. So geben diese LPs auf 180-g-Vinyl einen vollen Sound, der zugleich zeigt, dass die Beatles härter und direkter klingen wollten, als uns die Stereo-Mixes immer weismachten. Schon die frühen Aufnahmen haben eine große räumliche Tiefe, jedes Instrument klingt klar definiert. Und das ändert sich nicht, wenn die Tracks komplexer werden. Meisterhaft, wie die Arrangements auf „Sgt. Pepper“ im Klangbild angeordnet sind, wie vielschichtig diese Aufnahmen klingen, ohne ihren Punch zu verlieren. Näher wird man der Magie dieser Songs, die den Lauf der Welt veränderten, erst kommen können, wenn Zeitreisen möglich sind.