The Black Seeds: Dust And Dirt (Kritik & Stream) - Rolling Stone






The Black Seeds Dust And Dirt


Proville/Indigo VÖ: 13.04.2012


von

Neuseeland ist nicht Jamaika. Vielleicht lassen die Black Seeds deshalb Afro und Funk ganz selbstverständlich und gleichberechtigt neben Reggae stehen. Was bei anderen nur beliebig klänge, ergibt bei der 1998 in Wellington gegründeten Band eine natürliche Synthese. Ihr neues Werk erscheint jetzt vier Jahre nach „Solid Ground“ und ist das erste, das komplett im eigenen Studio und für ihr eigenes Label aufgenommen wurde.

Ungewöhnlich für die zehnköpfige Band eröffnet mit „Out Of Light“ ein aus Keyboards und Drums geformter Trip-Psych-Song den Reigen, ehe mit dem Titelsong der gewohnt toughe Reggaeboden ausgelegt wird. Monolithische Bläsersätze, die an Burning Spears „Marcus Garvey“-Album erinneren, rauben einem den Atem. In solchen Momenten sind die Black Seeds die zurzeit beste Reggae-Band der Welt. Nichts klingt überflüssig. Die Band spielt mit leichter Hand kompakt und auf den Punkt. Und mit Baranaby Weir hat sie einen sensationell guten, charismatischen Sänger – auch wenn ihre eher profanen Texte weniger sensationell sind. Im Vergleich zu ihren früheren Studioalben treten Afroeinflüsse auf „Dust And Dirt“ in den Hintergrund – Funk, Soul und Disco-Dub verbreiten gute Laune, bevor mit „Settle Down“ und „Rusted Story“ am Ende wieder klassischer Dub und Reggae die Oberhand im globalen Dorf gewinnen.

Die Black Seeds könnten die erste Band nach UB 40 oder Black Uhuru werden, die ein weißes Massenpublikum für Reggae beigeistert.