The Doors Strange Days



Im Januar 1967 war das Debütalbum der Doors erschienen, das sie berühmt machte. Im Frühjahr hörten sie „Sgt. Pepper“. Der Toningenieur Bruce Botnick sagt: „Wir wollten nicht das machen – aber wir wollten die Freiheit zum Experiment und eine gute Zeit haben. Ohne ,Pepper‘ wäre es nicht das Album geworden, das es ist.“ Im Juli 1967 belegte „Light My Fire“ Platz eins der amerikanischen Charts. Die Doors waren immerzu auf Tournee. Dann nahmen sie im Sunset Sound Studio in Los Angeles „-Strange Days“ auf. Im September 1967 wurde das Album veröffentlicht. So geschwind ging das.

Diese Platte erzählt eine eigene Geschichte

Einige Stücke gab es schon, bevor die Doors das erste Album produzierten: „Unhappy Girl“, „Moonlight Drive“, „My Eyes Have Seen You“ und die Grundstruktur des Dramas „When The Music’s Over“. Die beiden entscheidenden Songs des Albums schrieb Jim Morrison in zwei Schüben: „People Are Strange“ und „-Strange Days“. Das zierliche, luftig melancholische „You’re Lost Little Girl“ schrieb wahrscheinlich Robby Krieger. Das improvisierte Mäandern und Orgeln, Nudeln und Quäsen plus Brüllen von „When The Music’s Over“ entstand im Studio, wie sich John Densmore erinnert, und entspricht als letztes Stück der Elegie „The End“ auf dem ersten Album, wenn auch weniger überzeugend. „Love Me Two Times“ ist die Wilder-Mann-Nummer. „Horse Latitudes“, Morrisons wüstes Rezitativ, evoziert den Moment, in dem die spanische Flotte, auf dem Weg nach Südamerika in Untiefen geraten, die mitgeführten Pferde über Bord wuchtet: „In mute nostril agony.“

„Strange Days“ enthält beides: den zerdehnten psychedelischen Blues-Rock und den cabarethaften psychedelischen Pop. Drei Jahre später sagte Morrison, er möge ihre vier Alben bis dahin gleichermaßen – aber die zweite Platte besonders, die erzähle eine ganze Geschichte. Dereinst werde sie vielleicht gewürdigt.

Und das war dann ja auch so. 50 Jahre später gibt es die Mono- und Stereo-Fassungen in der Jubiläumsedition, besorgt von Bruce Botnick. (Rhino)


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