The Fall New Facts Emerge


Cherry Red

Die größte Änderung bei The Fall betrifft – wie so oft – die Besetzung: Elena Poulou, Ehefrau von Mark E. Smith und seit 15 Jahren Keyboarderin der Band aus Manchester, ist nicht mehr dabei. Bei „Sub-Lingual Tablet“ (2015) hatte Smith ihren Beitrag zum The-Fall-Sound noch hervorgehoben: „very tight rock with a lot of experimental stuff from Elena“. Bliebe also nur noch dichter Geradeausrock für Studioalbum Nr. 32, „New Facts Emerge“, aber so einfach ist es natürlich nicht.

Das knapp neunminütige „Cou­ples Vs Jobless Mid 30s“ beispielsweise ist das Gegenteil von konventioneller Rockmusik: grobschlächtig, sperrig und nervenzehrend, voller experimental stuff. Kaum weniger schroff und trotzdem deutlich zugänglicher sind dagegen Songs wie „Fol De Rol“ und das Titelstück, die dank der wiederkehrenden Gitarrenmotive im Verbund mit der zielstrebigen Rhythmusgruppe und Smiths großspurigem Gebelfer ­eine unwiderstehliche Wucht entwickeln. Egal wer kommt oder geht, The Fall lieben die Wiederholung – und stehen trotzdem nicht still.

Kooperation

Mark E. Smith: Poet der spuckenden Wortkaskaden

Es ist schnell gesagt und oft den Toten nachgesagt: Da war einer einzigartig. Mark Edward Smith war es. Und er hätte darüber höhnisch gemeckert und sich ein bisschen geschmeichelt gefühlt. Es ist nämlich nicht so, dass Mark E. Smith, „Sänger der Post-Punk-Band The Fall“, wie es überall heißt, seine Einzigartigkeit nicht bemerkt hätte. Denn Mark E. Smith war kein „Sänger“. Er war ein Beschwerdeführer, ein Poet der spuckenden Wortkaskaden, ein Nuschler und Grantler. Und The Fall waren keine „Post-Punk-Band“, sie waren Mark E. Smiths Rhythmusmaschine. Die steht jetzt still. Und ihr tyrannischer Chef, der große nordenglische Gossendichter und Drei-Akkorde-König, ist…
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