Toggle menu

Rolling Stone

Back to top Share
Artikel teilen
  • Facebook
  • Twitter
  • Google+
  • Whatsapp
  • Email
Search

The Felice Brothers Life In The Dark

Kommentieren
1
E-Mail
Facebook Twitter Google+ Whatsapp Email Kommentare
von

Kickdrum, Schellenring, Akkordeon, Fiddle: Die Felice Brothers benötigen wenig und kaum fünf Sekunden, um sich unmissverständlich einzuführen. Nach dem experimentellen „Celebration, Florida“, nach dem Ausstieg von Brother Simon, hatten die verbliebenen vier aus dem Hudson Valley vor zwei Jahren mit „Favorite Waitress“ ihr neues Americana-Leben einfach im alten in der Scheune nebenan (wieder-)gefunden.

Ein manchmal sehr altes. Wenn sie hier auf gut ausgetretenen The-Band-Pfaden der Legende von der skrupellosen „Diamond Bell“ nachweinen, die den verliebten Loser aus Arkansas erst auf die schiefe Bahn und dann an einen Bettpfosten in ein Hotel in Dodge City (!) bringt – derweil sich die Gunslinger-Queen selbst den Weg aus dem Gerichtssaal freiballert. Pastiche? Parodie?

Beschwingt hatte es sieben Songs zuvor begonnen, mit der hübsch albernen „Reim dich oder ich fress dich“-Einladung zum „Aerosol Ball“, bevor das Album auf klassischer Distanz von 40 Minuten schnell seinen gedämpften Grundton findet, wie mit dem Waltz „Jack At The Asylum“. Ach, America! Träume, Albträume, „popcorn memories and love“. Im fatalistischen Titelsong sehnt der Protagonist zwar eine Menge herbei, die Love & Peace intoniert, doch die Sorge kriecht einfach durch den Fußboden. „Triumph ’73“ klingt wie ein Versprechen von Fahrtwind und Freiheit, bleibt aber gerade deshalb so eindringlich, weil sich die Band auf dem Anti-Kriegs-Pfad jede triumphale Rhetorik verkneift. „Ain’t gonna fight no rich man’s war/ There’s too many boys goin’ down that road before“, bilanzieren sie nüchtern.

Nach der wohlverdienten Kaffeepause mit halb dilettantischem Rock’n’Roll („Plunder“) und einem fixen Two-Step-Intermezzo („Sally!“) kulminiert „Life In The Dark“ im Trennungsdrama „Sell The House“. „Take the kids to Jacksonville/ Give them a kiss, for the father they’ll miss/ Tell them that I love ’em still and always will“, schließt Ian Felice die Tür hinter sich. Scheinbar. Wartet da etwa noch ein Hidden Track?

Kommentieren
1
E-Mail

Nächster Artikel

Vorheriger Artikel
Kommentar schreiben
  • FSGERM

    Finde die Kritik schlecht und empfinde sie als sehr oberflächlich hingeschmiert. Für mich und viele andere Menschen eine der Platten des Jahres, das sehen auch viele Kritiker so.