The Orielles

„Only You Left“

Heavenly (VÖ: 13.3.)

Perfekter Indie-Pop zur Zeit von den Halifax-Schwestern.

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Seit den amerikanischen Hardrockerinnen Heart, die sich mit „Barracuda“ ein Kapitel der Musikgeschichte sicherten, gab es kein interessanteres Schwesternpaar mehr als dieses: Esmé Dee und Sidonie B. Hand-Halford. Natürlich gibt es keinerlei Schnittmengen, aber die Frauen aus Halifax haben gerade nach dreieinhalb Jahren Pause die Hürde des vierten Albums gemeistert und suchen damit nun berechtigterweise selbst Einlass in das Buch der Bücher.

Exzeptionell

In der Vergangenheit schafften es die beiden Schwestern zusammen mit Henry Carlyle Wade, ihren eigenen Weg durch das Indie-PopGestrüpp zu finden – und dabei Stereolab, Slowdive, My Bloody Valentine, Saint Etienne, Drugstore und sogar die Shangri-Las zu touchieren. Für „Only You Left“ änderten sie ihre Arbeitsweise drastisch, wandten sich von der Improvisation ab und schrieben die Songs in diversen Sessions gemeinsam. Danach schmiedete ihr langjähriger Wegbegleiter Joel Anthony Patchett das Ganze zu einem sehr besonderen Werk.

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Zunächst ist beim Hören Geduld gefragt. Man runzelt die Stirn, wie beim Songtitel „Tears Are“ (ja, und? was denn?), bevor sich die Stücke ähnlich entfalten können wie im Studio. Die Musik hat sich sehr ins Atmosphärische verschoben, man spürt den Atem von Portishead und das Post-Rock-Traben von Bands wie Mogwai. Die Orielles mäandern bis zur Glückseligkeit oder vollführen eine Zickzackfahrt durch alle wunderbaren Einflüsse. Ihre im kalten Hamburg (kaum vorstellbar) und auf der griechischen Insel Hydra angefertigten Aufnahmen unterteilen sie in „Metall“ und „Holz“. Nicht schwer zu unterscheiden! So schaffen sie Ambient-Indie-Pop, der nichts mit Traurigkeit zu tun hat, aber die durchaus schönen Aspekte von Melancholie aufgreift. Exzeptionell.