The Rolling Stones
„Foreign Tongues“
UNIVERSAL (VÖ: 10.07.2026)
Ziemlich glänzendes Spät-Spätwerk der Meister
Holla, die Platte beginnt wie eine Dampflok, in die Kohle geschaufelt wird! Munter auf dem Tender: die Rolling Stones mit den besten Riffs, dem besten Schlagzeug und dem besten Gesang seit – „Hackney Diamonds“. Man hatte sich an Abstände von sieben oder zehn Jahren zwischen ihren Alben gewöhnt. Aber diese Zeit haben sie nicht mehr. In der Zeit, die bleibt, machen sie gute Musik. Sie spielen den Blues, sie spielen den Groove, sie spielen Disco, sie können auch eine Art von Country Music: „Ringing Hollow“. Klingt wie 1974.
Entweder hat der allgegenwärtige Comeback- und Spätwerk-Produzent Andrew Watt magische Hände (hat er natürlich) – oder er bringt alle schönen Erinnerungen zurück: an die Arbeit im Studio, die Fron des Songschreibens, die Qual der Wahl und die Menschen, mit denen man es gemacht hat. Sogar Mick Jagger, wahrscheinlich einer der am wenigsten sentimentalen Menschen der Welt, singt noch einmal wie um sein Leben, fällt in die Kopfstimme („Jealous Lover“). Keith Richards hat natürlich seinen Moment, rührend wie immer.
Wie bei manchen Platten der Rolling Stones sind auch auf diesem Album einige Songs zu viel, manchmal gehen die Gäule durch wie bei „Hit Me In The Head“ – aber dann wiederum gelingt Jagger der glamouröse Swag wie bei „You Know I’m No Good“ von Amy Winehouse. Und dieser Swag ist ja seine Aufgabe. Wie der Zufall oder Andrew Watt es wollte, nahm Paul McCartney zur selben Zeit im selben Studio in Los Angeles „The Boys Of Dungeon Lane“ auf, da „Foreign Tongues“ entstand. Jagger fragte ihn, ob er bei „Covered In You“ den Bass spielen wolle. Nun ist mancher enttäuscht: Na, das hört man ja gar nicht, das Linkshändige, und McCartney singt nicht mit. Aber ich sage: Man hört es!