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Tocotronic Die Unendlichkeit


Unendlich groß war früher das Interesse der Tocotronic-Musiker an Kritischer Theorie, deshalb starten wir mit einem Zitat von Theodor W. Adorno: „Wie der Intellektuelle es macht, macht er es falsch. Er erfährt drastisch, als Lebensfrage die schmähliche Alternative, vor welche insgeheim der späte Kapitalismus alle seine Angehörigen stellt: auch ein Erwachsener zu werden oder ein Kind zu bleiben.“ Bisher hielten Arne, Dirk, Jan und Rick es mit der keck subversiven Parole vom letzten Album: „Wir sind Babys, sie verstehen uns nicht.“

Doch über unverständliche Texte wird sich diesmal niemand beschweren. „Die Unendlichkeit“ ist ein Versuch, sich liebevoll mit der eigenen Vergangenheit und Jugend zu beschäftigen, und zwar so abgeklärt, wie Erwachsene es tun. Das Alleinstellungsmerkmal der Band war ja mal, dass hier nicht einfach jugendfrisch losgerockt wurde, sondern dass die Texte leichtherzig in die Themenwelt der Erwachsenen vordrangen – ohne gleich dazugehören zu wollen. Altklug hat man die Musiker deshalb gern genannt.

Heute ist das anders. In „Hey Du“ spielt Dirk einen jungen Vorstadtdandy, ohne wirklich einer zu sein. Dazu fehlt dem Song die existenzielle Wut etwa von Egotronics „Hallo Provinz“. „Bin ich etwas, das du nicht kennst, dass du mich Schwuchtel nennst?“, fragt der Sänger mit verstellter Teenager-stimme, und man überlegt, wen er damit ansprechen möchte.

Kooperation

„1993“ schildert mehr oder weniger eins zu eins die Anfänge von Tocotronic. Zum Konzept des trotzdem recht ordentlichen Albums gehört es auch, eigene Jugenderinnerungen dem Sound von Lieblingsbands zuzuordnen. Bei „Electric Guitar“, wo es um die sinnstiftende Magie des Instruments und all die selbstverliebten Posen vorm Spiegel geht, ist das Vorbild eindeutig Prefab Sprouts Klassiker „Electric Guitars“. Doch am schönsten sind halt altbekannt schwelgerische und poetisch verrätselte Songs wie „Mein Morgen“ oder „Die Unendlichkeit“.

Wo und wofür Tocotronic heute stehen, darauf gibt dieses betont nostalgische Album keine Antwort.


1969: Led Zeppelin veröffentlichen ihr Debüt – und ROLLING STONE verreißt es

"Sie legen es darauf an, ihr beachtliches Talent für unwürdiges Material zu verschwenden". An "Led Zeppelin I", dem Debüt vom Led Zeppelin, ließ unser Kollege vom US-ROLLING-STONE, John Mendelsohn, kein gutes Haar. Mendelsohn rezensierte die Platte im März 1969, zwei Monate nach dessen Erscheinen. Hier „Led Zeppelin I“ bestellen[/amazon02 Limitiert, schwache Songs "Formelhaft" sei allein schon die Zusammensetzung der Band: ein exzellenter, aber unterverkaufter Gitarrist treffe auf einen "hübschen" Sänger mit "Soul-Röhre", leidlich kompetent sei die Rhythmus-Sektion; Schlagzeuger John Bonham dresche schließlich "bei jedem Beat" aufs Becken ein. Musikkritiker Mendelsohn drischt aber vor allem auf Gitarrist Jimmy Page ein: "Leider…
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