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Die Streifenpolizei - der Podcast für Film & Serien vom Rolling Stone & Musikexpress

Yeasayer Amen & Goodbye


Was man dieser Band seit je zugute­halten muss: Sie klingt wie keine andere. Klar machen sich Einflüsse in ihrer Musik bemerkbar, von futu­ristischem R&B bis zu Afrobeat und Weltmusik, von den Harmonie­gesängen der Beach Boys bis zu Ambien­tklängen, Psychedelic Rock und Funk. Und doch hört sich das alles an, als käme es aus ferner Zukunft. Das ist auch auf dem vierten Album so, das im Gegensatz zum digital nervenaufreibenden Vorgänger, „Fragrant World“, in den Catskill Mountains auf Tape aufgenommen wurde, um anschließend von Atoms-For-Peace-Drummer Joey Waronker dekonstruiert und neu zusammengebastelt zu werden.

Man muss aber nicht Jacques Derrida gelesen (oder gar verstanden) haben, um an „Amen & Goodbye“ Gefallen zu finden. Es handelt sich dabei eher um ein Kunstwerk, das an die Prämisse des legendä­ren chilenischen Regisseurs Alejan­dro Jodorowsky erinnert, dass ein Film nicht den Effekt psychedelischer Drogen abbilden, sondern die Pille selbst sein muss. Werfen wir uns also „Amen & Goodbye“ unter ärztlicher Aufsicht ein – und siehe da: Popmusik kann tatsächlich noch irritierend, ergreifend und bewusst­seinserweiternd sein, ohne
in übereifriges Prog-Gegniedel, prätentiöses Gefrickel oder Gefühls­duselei abzudriften. Das liegt zum einen an den beseelten Stimmen von Chris Keating und Anand Wilder, zum anderen aber auch daran, wie Yeasayer den schmalen Grat zwischen Kunstanspruch und Pop-
Appeal meistern.

Trotz des soundtechnisch verspielten Detailreichtums treten Melodie und Rhythmus nie in den Hintergrund, was unmittelbar eingängige Songs wie „Silly Me“, „Prophecy Gun“ und das ausnahmsweise von einer Gitarre dominierte „Cold Night“ beweisen. Die Atmosphäre wirkt zudem lichter und versöhnlicher als zuletzt, obwohl es inhaltlich um Fragen nach den letzten Dingen geht. Dafür hat sich der Abstand zum Dancefloor merklich vergrößert. Aber wer will schon tanzen, wenn er surrealen Klangvisionen nachhängen kann?

Kooperation

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20. „Ghost Of Mars“ (2001) Leider kein Fall von „so schlecht, dass es schon wieder gut ist“, sondern nur ein Fall von „so schlecht, dass man ihn kein zweites Mal sehen will“. Marskolonisten haben sich mit einem Virus angesteckt, sehen nun aus wie Captain Howdy und massakrieren Polizisten, die nicht mehr wissen, wohin. Die Besetzungsliste liest sich kurios. Sie versammelt has-beens wie „Species“-Starlet Natasha Henstridge, die, ungewöhnlich für Carpenters Blick auf Frauen, als Bomb Shell statt Persönlichkeit gecastet wurde; „Blade Runner“-Replikantin Joanna Cassidy, die wenig später in „Six Feet Under“ auftrumpfen würde, hier aber wohl aus retroseliger Erinnerung angestellt wurde;…
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